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	<title>About Tarnac9</title>
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		<title>Aus dem Mittelgebirge des Limousin</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 16:52:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tarnac9</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Diesen Sommer trafen sich 200 Leute für eine Woche in Tarnac. Aus ihren Diskussionen entstand, unter anderem, folgende Erklärung Er steht auf und sagt: &#8220;Aufstandsbekämpfung ist nicht nur die Einsatzdoktrin der westlichen Armeen in Afghanistan, sie ist die eigentliche Natur jeder Regierung. Das In-Umlauf-Bringen von diesem oder jenem Element der Sprache, des Urbanismus, der organisierten [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://tarnac9.noblogs.org/files/2010/08/195343924_b1605e64db_b.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-296" src="http://tarnac9.noblogs.org/files/2010/08/195343924_b1605e64db_b-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Diesen Sommer trafen sich 200 Leute für eine Woche in Tarnac. Aus  ihren Diskussionen entstand, unter anderem, folgende Erklärung</strong></p>
<p><!-- end abstract --></p>
<div>Er steht auf und sagt: &#8220;Aufstandsbekämpfung ist nicht nur die  Einsatzdoktrin der westlichen Armeen in Afghanistan, sie ist die  eigentliche Natur jeder Regierung. Das In-Umlauf-Bringen von diesem oder  jenem Element der Sprache, des Urbanismus, der organisierten  Zerstreuung, der Fabeln der Wirtschaft, alles entspringt der  Befürchtung, die Kontrolle über die Bevölkerungen zu verlieren.&#8221; Sie  antwortet: &#8220;Bei uns hat die Regierung derart Angst, dass die Leute in  der Krise anfangen, sich selbst zu organisieren, dass sie die  Arbeitslosen zwingt kostenlose Fahrradwerkstätten zu betreiben,  gebrauchte Gegenstände zu recyclen und mit der Polizei zu  patrouillieren. Das Gebiet wird präventiv besetzt.&#8221;<br />
Einige Stunden  danach, eine Ofenladung Brot später, ein weiterer: <span id="more-423"></span>&#8220;Was mich seit dem  Herbst 2008 erstaunt, ist, dass eine solche Krise des Kapitalismus bis  heute so wenig Bewegungen hervorgebracht hat. Vor zehn Jahren gab es  eine ganze &#8220;Anti-Globalisierungs-Bewegung&#8221;, die das System angriff, als  es ihm noch gut ging, und jetzt, da alles dieser Bewegung Recht gibt,  gibt es nichts, was sich erhebt und so weniges, das versucht wird. Dass  jeder sich in diesen Momenten an seiner bedrohten sozialen Stellung  festklammert ist nachvollziehbar, nicht aber, dass Militante und  Aktivisten sich bequem in ihrer minoritären sozialen Rolle einrichten,  dass sie, anstatt sich mit ihrer plötzlichen Lähmung  auseinanderzusetzen, lieber denken, dass alles ihnen Recht gibt und dass  sie nur damit fortfahren müssen, ihre radikale Haltung auf  spezialisierten Webseiten weiter zu verfeinern oder auf der Terrasse  angesagter Kneipen an ihrem Bier zu nippen. Das genau kann ich echt  nicht fassen.&#8221;<br />
Eine andere: &#8220;Es gibt kein Geld mehr, es gibt keine  Arbeit mehr. Das einzige, was jetzt zu tun ist, besteht darin, uns die  Techniken und Mittel des Überlebens anzueignen, nicht nur, um zu  überleben, sondern um zu siegen. Es stimmt, es gibt eine globale  Polizei, die bezahlt wird, jene immense Traurigkeit zu beschützen, die  den Namen &#8220;Wirtschaft&#8221; erhielt und jene Art der Verschwörung der  Dummheiten, die &#8220;Kapitalismus&#8221; genannt wird. Es ist offensichtlich eine  grossangelegte semantische Operation, diejenigen als &#8220;Terroristen&#8221; zu  bezeichnen, die noch den Mut haben sich international zu treffen, um  Antworten zu suchen auf die Fragen, die sich alle Welt stellt. Doch  isoliert, jeder für sich alleine. Was kann man tun, um sich nicht von  der Politik aushungern zu lassen? Wie können wir die weltweit  ineinandergreifende Polizeimaschinerie zerlegen? Man kann uns als  Terroristen behandeln, das bringt nichts. Offensichtlich gibt es kein  &#8220;uns&#8221;. Wer immer sich treffen würde, wie wir dieser Tage, würde sich die  selben Fragen stellen und käme zweifellos zu den selben Antworten. Zwei  Punkte: Auf keinen Fall dürfen wir konstituierende Versammlungen  einberufen, es gilt, überall lokale Versammlungen zu schaffen, um den  Strukturen und Dispositiven der Macht alles zu entreißen, was das Leben  ermöglicht und das sie gefangen halten: Die materiellen Mittel ebenso  wie das Vermögen zu kommunizieren, auch die Fähigkeit uns zu  verteidigen. Unser Leben ist der Rohstoff ihrer Macht. Wenn wir es  zurückholen, wenn wir aufhören um Erlaubnis zu fragen, wenn wir unsere  Angelegenheiten selber regeln, wenn wir uns auf Augenhöhe organisieren,  um die Abhängigkeiten zu brechen, die uns fertigmachen, kann kein Kampf  gegen den herrschenden Wahnsinn mehr auf die Selbstverwaltung des Elends  reduziert werden.&#8221;<br />
Und dieser da vorne, der gerade angekommen ist:  &#8220;Wenn man sich die Wirtschafts-Zyklen des Okzident anschaut, stellt man  fest, dass sie im Abwechseln von Krise und Aufschwung bestehen, von  immer stärkerer Krise und immer schwächerem Aufschwung. Der aktuelle  Zusammenbruch ist nicht den Umständen geschuldet, er ist nachhaltig.&#8221;<br />
Und  sie, die am letzten Tag sagt: &#8220;Wir müssen ein Kommunique schreiben, um  all denen in der Welt, die nicht resignieren vor dem Horizont des  Desasters, zu sagen, dass wir uns getroffen haben, dass wir uns nicht  der Angst ergeben, dass die Einschüchterungskampagnen die unter dem  Deckmantel des Anti-Terrorismus ggeführtwerden, sich letzten Endes in  der Groteske verlieren, dass es an der Zeit ist, jede defensive Position  zu verlassen.&#8221;</p>
<p>Es ist eine seltsame Versammlung. Zweihundert  Menschen, Leute von überall, von überall in Europa und von weiter her  noch. Schwer zu sagen, was sie gerade dort zusammenführt, in Tarnac, für  diese Woche der Arbeiten, der Diskussionen in allen möglichen Sprachen  und des Feierns, für diese Woche gemeinschaftlichen Lebens, eifrig,  beschwipst und voller Freude. Man muss ein bisschen verrückt sein,  unerschütterliches Vertrauen haben in die Zukunft der Revolte oder  komplett scheißen auf die Machenschaften der Polizei, um zu entscheiden  sich dort zu treffen, an einem der verbranntesten Orte Frankreichs, und  sich dort ernsthaft über revolutionäre Möglichkeiten der Gegenwart  auszutauschen. Das ist es also, was wir gemacht haben. Wir wissen, dass  eine neue Welle von Verhaftungen vorbereitet wird unter jenen, die  Nachrichtendienste und schlecht informierte Leute &#8220;l&#8217;ultra-gauche&#8221; [~  die Linksextremisten] nennen. Wir lassen uns weder in die Klandestinität  noch in die Harmlosigkeit drängen. Unsere Beweggründe sind in allen  Köpfen, und unsere Bestrebungen in allen Herzen.</p>
<p>Aus der Tiefe  der Scheune fügt eine Stimme hinzu: &#8220;Ihr bekämpft uns, ihr stärkt uns.  Ihr bekämpft uns nicht, wir stärken uns. Herren der Welt, ihr seid  durch.&#8221;</p>
</div>
<p><!-- end content --></p>
<div><a href="http://juralibertaire.over-blog.com/article-depuis-les-moyennes-montagnes-du-limousin-55885654.html">http://juralibertaire.over-blog.com/article-depuis-les-moyennes-montagnes-du-limousin-55885654.html</a></div>
<div>copy/ paste von <a href="http://de.indymedia.org/2010/08/288700.shtml">http://de.indymedia.org/2010/08/288700.shtml</a></div>
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		<title>Der kommende Aufstand</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 00:07:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tarnac9</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Aufstand, wir k&#246;nnen uns nicht mal mehr vorstellen, wo er beginnt. Sechzig Jahre der Befriedung, ausgesetzter historischer Umw&#228;lzungen, sechzig Jahre demokratischer An&#228;sthesie und Verwaltung der Ereignisse haben in uns eine gewisse abrupte Wahrnehmung des Realen geschw&#228;cht, den parteilichen Sinn f&#252;r den laufenden Krieg. Es ist diese Wahrnehmung, die wir wiedererlangen m&#252;ssen, um zu beginnen. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>
<a id="res_157971" href="http://media.de.indymedia.org/media/2010/07//286489.pdf"><img src="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/previews-med/der_kommende_aufstand.jpg" border="0" hspace="5" vspace="5" align="right" /></a><em>Ein Aufstand, wir k&ouml;nnen uns nicht mal mehr vorstellen, wo er beginnt. Sechzig Jahre der Befriedung, ausgesetzter historischer Umw&auml;lzungen, sechzig Jahre demokratischer An&auml;sthesie und Verwaltung der Ereignisse haben in uns eine gewisse abrupte Wahrnehmung des Realen geschw&auml;cht, den parteilichen Sinn f&uuml;r den laufenden Krieg. Es ist diese Wahrnehmung, die wir wiedererlangen m&uuml;ssen, um zu beginnen.</em>
</p>
<p>
Warum eine deutschsprachige Ausgabe?<br />
Bevor wir uns daran machten &bdquo;L&lsquo;insurrection qui vient&ldquo; zu &uuml;bersetzen, waren wir eigentlich der Meinung, es nicht zu tun. Im Grunde dachten wir, dass dieses Buch zu speziell auf die franz&ouml;sische Situation zugeschnitten ist, in den Beispielen wie in der Schwerpunktsetzung. Warum haben wir es trotzdem getan?</p>
<p>Der wichtigste Grund ist wohl, dass wir es satt haben, politische Pamphlete zu lesen, die sich mit der Darstellung der schlechten Verh&auml;ltnisse begn&uuml;gen, ohne konkrete Schritte zu ihrer Aufhebung in die Diskussion zu werfen. &bdquo;Der kommende Aufstand&ldquo; beschreibt die br&ouml;ckeligen Fundamente der gegenw&auml;rtigen Ordnung nicht, um aufzur&uuml;tteln oder Therapien zu ihrer Rettung vorzuschlagen, im Gegenteil. Die Zerbrechlichkeit der verschiedenen Aspekte dieser Welt der Domestizierung und Vernutzung, ihre neusten Transformationen werden nur durchgespielt, um endlich ihre Zerst&ouml;rung konkret ins Auge zu fassen. Die Selbst-Zurichtung der Individuen, die sich mit Pillen im Rennen der Vermarktung halten, die Gew&ouml;hnung schon der Kleinsten daran, dass ihr Leben in der Selektion f&uuml;r eine Arbeitswelt bestehen wird, deren einziger Zweck der Erhalt des Hamsterrades selbst ist; der Angriff auf unser Leben wird nur geschildert, damit wir uns darin erkennen und dagegen in Stellung bringen k&ouml;nnen. Die Rundreise durch das trostlose Existieren der Metropole ist Aufkl&auml;rung nicht im mythischen, sondern im milit&auml;rischen Sinne: die Kl&auml;rung eines gemeinsamen Ausgangspunktes, der operativen Bedingungen einer Real-Exit-Strategie aus der globalen Misere, und nicht zuletzt der praktischen Hebel, die uns in diesem Kampf zur Verf&uuml;gung stehen. <span id="more-137"></span></p>
<p>Die Tatsache, dass der soziale Angriff der Eliten in den verschiedenen Staaten der westlichen Welt zusehends &auml;hnliche Formen annimmt, kann eine derartige Positionsbestimmung &uuml;ber alte kulturelle Grenzen hinweg tragen. Die Vermessung und Verwaltung des Menschenmaterials kommt uns allen bekannt vor, auch wenn Dateien und Polizeien andere Namen tragen. Der Klartext hinter der Billig-Propaganda von Managern und Kriegsherren tritt international so klar zutage wie die Erfahrung sich versch&auml;rfender Ohnmacht angesichts der unbelehrbaren Arroganz der Macht. Die Kolonisierung verarmter Viertel, der expandierende Assimilationsdruck nicht nur in den Banlieues sch&auml;rft das Verst&auml;ndnis eines Widerstands, der sich nicht mehr mit Forderungen aufh&auml;lt. Der sich in der Tat organisiert.</p>
<p>Wir sch&auml;tzen den Text der franz&ouml;sischen GenossInnen als Beitrag zur uralten, immer wieder neu aufflammenden Debatte dar&uuml;ber, wie wir uns diesen Quatsch vom Hals schaffen k&ouml;nnen, diese ewig gleiche Reduzierung der Welt auf die Verwertung der Welt. Eine Gebrauchsanweisung f&uuml;r die Revolte ist das Buch nicht. Das w&auml;re vollkommen absurd. Jedes Aufbegehren ist so einzigartig wie die Revoltierenden selbst; eine Vielfalt an Traditionen, Kampferfahrungen und Tr&auml;umen, erkennbar aber nicht vereinheitlicht durch den Glutkern ihrer Sehnsucht nach Befreiung. Viele &Uuml;berlegungen &uuml;ber den kommenden Aufstand finden wir inspirierend, manche Taktiken direkt &uuml;bertragbar, und einiges f&uuml;hrt uns zu anderen Schlussfolgerungen, weil unsere St&auml;rken andere, unsere K&auml;mpfe nicht identisch sind. Richtig und gut f&uuml;r die &Uuml;berwindung hiesiger Defizite finden wir, dass der in diesem Buch vertretene Zugang helfen k&ouml;nnte, den Status Quo linker Teilbereichsk&auml;mpfe aufzubrechen, der im Horizont der Opposition oft an die unverbundene Aufz&auml;hlung unz&auml;hliger Antis gebunden bleibt und dadurch nahe legt, sich in feindlichen Kategorien einzuk&auml;steln.</p>
<p>Die Bedeutung der Diskussionen und praktischen Versuche, die in den letzten Jahren um die Idee des Aufstands kreisen, sehen wir in der Erneuerung einer lebendigen revolution&auml;ren Perspektive, im handgreiflichen Ringen um die Wiedervereinigung von Denken und Handeln &#8211; nicht in 500 Jahren oder am anderen Ende der Welt, sondern hier und heute. Das Experimentieren mit Alternativen und der Kampf gegen das Establishment sind nicht nur nicht unvereinbar, sie erg&auml;nzen sich und sind unmittelbar aufeinander angewiesen. Das unsichtbare Komitee fordert uns auf, die Waffe der Kritik nicht in den Dienst der eigenen Entwaffnung zu stellen und den Kampf auf der Strasse nicht in den Abschied vom Nachdenken dar&uuml;ber m&uuml;nden zu lassen, wie wir uns langfristig halten k&ouml;nnen, denn der Aufbau autonomer Strukturen ist notwendige Basis f&uuml;r jeden ernst gemeinten Angriff auf dieses System. Der allerdings hat viele Formen und bringt unterschiedlichste Kommunen hervor.</p>
<p>&bdquo;Der kommende Aufstand&ldquo; wird uns nicht ersparen, in unseren eigenen Zusammenh&auml;ngen klar zu kriegen, wer unsere Feinde sind und wo ihre Schwachstellen liegen, wie sie angegriffen werden k&ouml;nnen und welche Fallen es zu vermeiden gilt. Wir k&ouml;nnen den Text nutzen, um unsere Ideen und unsere Praxis weiterzuentwickeln.Wir k&ouml;nnen kritisch darauf antworten und die internationale Debatte um unser Tortenst&uuml;ck Erfahrung bereichern, und so dazu beitragen, eine neue Sprache der Rebellion zu entwickeln. Notwendig ist das Buch daf&uuml;r keinesfalls. Um unsere Situation zu erkennen und daraus aufzubrechen braucht es keinen Masterplan, keine eine Wahrheit, die uns offenbart werden muss. Wir k&ouml;nnen an jeder Ecke loslegen, unser Leben in die eigenen H&auml;nde nehmen und uns gegen die herrschenden Verh&auml;ltnisse verb&uuml;nden. Was die unsichtbaren GenossInnen allerdings zu bedenken geben, ist, dass es zum Schmieden einer nachhaltigen, den absehbaren Attacken der Gegenseite gewachsenen Strategie Sinn macht, eine gewisse Koordination zwischen den einzelnen Gruppen zu kultivieren, um eine gemeinsame Verteidigung zu erm&ouml;glichen.</p>
<p>Als Diskussionsvorschlag in Richtung einer derartigen strategischen Kooperation finden wir das Buch der franz&ouml;sischen GenossInnen gut, nicht als neue Schule oder Kult. Diese undogmatische Weigerung beinhaltet, dass es uns im Grunde gleichg&uuml;ltig ist, ob die AutorInnen die Emanzipation der anderen Kollektive zentral am Herzen liegt oder ob sie lieber alle nach ihrem Ebenbild schaffen w&uuml;rden. Es geht nicht darum ja oder nein zu ihrem Vorschlag zu sagen, sondern um die Eskalation einer Diskussion, zu der auch sie nur beigetragen. Ein libert&auml;rer Aufstand wird sich nicht ausbreiten, von der Revolution ganz zu schweigen, solange der Ruf nach F&uuml;hrerInnen uns innerlich schw&auml;cht. Wie alle B&uuml;cher hat auch &bdquo;Der kommende Aufstand&ldquo; seine blinden Flecken, und die Untersch&auml;tzung der M&ouml;glichkeit einer autorit&auml;ren Wendung der ganzen Angelegenheit z&auml;hlt mit Sicherheit dazu. Was nichts anderes heisst, als dass diese Auseinandersetzung noch darauf harrt, von uns gef&uuml;hrt und aufgeschrieben zu werden! Wenn es gelingt zu vermeiden, die Diskussion &uuml;ber den kommenden Aufstand auf eine banale Zugeh&ouml;rigkeitsmaschine einzudampfen, k&ouml;nnten folgende Analysen und Vorschl&auml;ge helfen, uns mit organisierteren Strukturen gegen die fortschreitende Zerst&ouml;rung unserer Lebensgrundlagen zu formieren und eine lange nicht gesehene Schlagkraft zu entfalten.
</p>
<p>
Der kommende Aufstand als
</p>
<p>
html: <a href="https://noblogs.org/Der kommende Aufstand">http://de.indymedia.org/2010/07/286487.shtml</a>
</p>
<p>
pdf: <a href="http://media.de.indymedia.org/media/2010/07//286489.pdf">http://media.de.indymedia.org/media/2010/07//286489.pdf</a></p>
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		<title>Prevention &#8211; or how to arrest people before they have done anything</title>
		<link>http://tarnac9.noblogs.org/post/2010/07/07/prevention-or-how-to-arrest-people-before-they-have-done-anything/</link>
		<comments>http://tarnac9.noblogs.org/post/2010/07/07/prevention-or-how-to-arrest-people-before-they-have-done-anything/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 07:37:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tarnac9</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Analysis of the current resources of repression and the interview in Le Figaro, on June 29th. On June 29th, we learn about 3300 men and women work “to fight terrorism”, attack on national security and on economical capital”. The DCRI have been created on July 2008, by a fusion between the DST (Direction of territory [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a id="res_153508" href="http://euro-police.noblogs.org/gallery/3874/coming_to_a_city_near_you.jpg"><img src="http://euro-police.noblogs.org/gallery/3874/previews-med/coming_to_a_city_near_you.jpg" border="0" alt="" hspace="5" vspace="5" align="right" /></a><strong>Analysis of the current resources of repression and the interview in Le Figaro, on June 29th.<br />
</strong><br />
On June 29th, we learn about 3300 men and women work “to fight terrorism”, attack on national security and on economical capital”.<br />
The DCRI have been created on July 2008, by a fusion between the DST (Direction of territory Surveillance) and the RG (General Intelligence). Practically, information is shared between different teams, and tend to bring justice and police, police and military matters together.</p>
<p>When answering to the question “what is your conclusion after two years of work”, the director informs us that the “must” of his work, is to “investigate months long, even years, to prevent the action”.<br />
Indeed, the last arrests and anti-terrorist cases confirm this position. Arresting people accusing them of an action they haven&#8217;t committed yet, is a strategy used to put pressure on them and to isolate them. <span id="more-136"></span><br />
Accusing people of terrorism is then a great excuse to imprison or to sentence them to a judicial control, which means one is waiting for an hypothetical trial in a cell, or one can not leave the house. Preventing you from seeing your friends, forcing you to work, and calling you at the police station to confirm your attendance are basic ways to investigate about links, breaking friendships, and dragging down any political will. A simple definition to pacification.<br />
He resumes: “If we intervene after the tragedy, it means we have failed in the detection of the threat”.</p>
<p>But who are they?</p>
<p>After explaining the “djihadist threat” and all the cases he and his team have supposedly foiled, the journalist comes to the “extreme-link” interest.<br />
According to police, the inner enemy is difficult to define. He actually could be everywhere! In some articles, police and experts talk about the “alternative” people, the “autonomous circle” or “situationist circle”. Actually, anybody who strikes or participates to a demonstration. Nothing clear in this definition.<br />
In some other articles, they describe a &#8216;movement&#8217;, a &#8216;community&#8217;, or an extremely organized group. Because there are not any specific insurrectionist-armed-anti-state-action group,  the experts rather talk about a circle of influence, a network: you are  not in a military group, but you know people who know people&#8230; And this specific people, gathering around strikes, ideas, wills, blockades and wishes-are preparing something. At one point we both agree: to fight against the power will always be defined as violent, simply because it&#8217;s not in their interest.<br />
And this violence, this resistance, when not denied, is considered as “terrorism”.<br />
In one hand, terrorizing the population- with potential and undefinable dangerous protagonists.</p>
<p>In the other hand, reassuring people, by creating a name for this threat, and saying special forces control the situation.</p>
<p>Actually, where are they?</p>
<p>According to his investigations, this “UltraLeft fringe” is still active, even after “Tarnac<br />
dragnet” (1).  They were obviously visible in summits as in Strasbourg, Vichy or Poitiers (2).</p>
<p>Police defines these criminals according to the subjects they fight: anti-jail,  anti-nuclear, anti-security society.We then learn they are people who follow the situation in Greece very closely (3).</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 		A:link { so-language: zxx } -->It&#8217;s suspicious, and serious, because, the “riots in  Greece [were] followed with political murders”. Here we go again, with the  ghost of murders. When arresting people in France, police compared  the accused individuals and Action Directe group, known for their actions  in the 70&#8242;s and 80&#8242;s, specifying their “violence” because of claimed  murders.</p>
<p>What currently happens in Greece could apparently give to  rebels in France some ideas, and yes, it could threat the State here.  Who&#8217;s  next?</p>
<p>Since several months, these kind of articles are  published before  a political decision, or a police raid, in order to justify them.   Even  before the creation of the DCRI, general analysis has been given to  Michelle  Alliot-Marie: “From the anti-cpe conflict to the the constitution of  an  international preliminary-terrorist network: regards on the French  and  European UltraLeft” (2008). In his last interview, Squarcini gives  several  examples of alarm signs: actions  against the Penitentiary  Administration, the Justice Ministry or several actions against bank ATMs(4). Some marks to let  us know where he would hit.</p>
<p>“Logically,  we deduce you are preparing  fresh large-scale operations,  in a near future. Beware, Mr  Squarcini, you become predictable![...]</p>
<p>In Greece, it&#8217;s not the anarchists who  attempted  to take over the Parliament,  but consistent strikers. You seem to think that  by pestering us with your  justice and police, by exasperating number of  known activists on your files, you will push one or another to any wacky or  indefensible act; you will create in somebody&#8217;s mind the reasoning that, if  one has to go to prison, one might as well be imprisoned for something  serious. And not for a sticker on an  ATM. Unfortunately, we are quite lucid  on the situation, and nobody of us yearns for the avant-garde sacrificial  heroic role. The armed existentialism  of the 70&#8242;s does not appeal to us very  much, and we know to be  patient. Our presence only brings to light the  deep sickness hitting your  social Order; you could try to annihilate  us, the sickness will stay-  kept intact and, as fatal as it always  has been.”</p>
<p>From  the  Open letter to M. Squarcini, published on Indymedia  Nantes, by the CCUG-UO (Central Committee of the Ultra-Organized Ultra-Left) (5)</p>
<p>1  &#8216;Tarnac&#8217; case:  name of the village considered of the center of a &#8216;conspiring  organization&#8217; linked to a called &#8216;Comite Invisible&#8217;. People were accused for rail sabotages  on high-speed trains. This  raid was heavily related by the media.</p>
<p>2 NATO summit in Strasbourg, April 2009. European Immigration summit in  the  so-known town Vichy, October 2008. Surprise demonstration during  Poitiers  street-art festival, October 2009. <a href="http://polisson.blogsport.de/2010/01/23/just-to-let-you-know/">http://polisson.blogsport.de/2010/01/23/just-to-let-you-know/</a></p>
<p>3 Article about French people traveling in Greece: In French, France info: <a href="http://juralibertaire.over-blog.com/article-des-journaflics-frappent-encore-l-ultra-gauche-a-l-ecole-grecque-49495251.html">http://juralibertaire.over-blog.com/article-des-journaflics-frappent-encore-l-ultra-gauche-a-l-ecole-grecque-49495251.html</a></p>
<p>Its analysis, in English: <a href="http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=el&amp;article_id=1160367">http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=el&amp;article_id=1160367</a></p>
<p>4  About the alleged serial ATM and arrested people in Paris, on February  15th  and June 8th. <a href="http://325.nostate.net/?p=771#more-771">http://325.nostate.net/?p=771#more-771</a></p>
<p>Several  attacks  on bank ATMs and collaborators of the deportation machine have been  attacked  in solidarity with the Vincennes Detention Center prisoners, facing a  trial  because accused of burning down their prison in summer 2008. An  outline of solidarity actions and walks can be read here September  2009-January 2010: <a href="http://polisson.blogsport.de/material/brochures-and- contributions/outline-of-actions-in-solidarity-with-the-vincennes- detention-center-detainees-in-trial-and-against-prisons/">http://polisson.blogsport.de/material/brochures-and- contributions/outline-of-actions-in-solidarity-with-the-vincennes- detention-center-detainees-in-trial-and-against-prisons/</a></p>
<p>5  Open letter to M. Squarcini, by the CCUG-UO, French: <a href="http://www.nantes.indymedia.org/article/21162">http://www.nantes.indymedia.org/article/21162</a></p>
<p>More  info</p>
<p>-The interview by Le Figaro: <a href="http://cettesemaine.free.fr/spip/article.php3?id_article=3300">http://cettesemaine.free.fr/spip/article.php3?id_article=3300</a></p>
<p>- Brochure: The emergence of the Anarcho-Autonomes theory, English <a href="http://polisson.blogsport.de/archiv-braves/last-months/an-old-lullaby-the-emergence-of-anarcho-autonomes-theory-arrests-and- tactics/">http://polisson.blogsport.de/archiv-braves/last-months/an-old-lullaby-the-emergence-of-anarcho-autonomes-theory-arrests-and- tactics/</a></p>
<p>-La  prison a la maison [prison at home], French: <a href="http://infokiosques.net/spip.php?article717">http://infokiosques.net/spip.php?article717</a></p>
<p>-Mauvaises  intentions [bad intentions]: on the anti-terrorist cases since 2008,  and the  emergence of the “anarcho-autonomes” state theory. With press  articles and  letters from comrades.</p>
<p>French: <a href="http://infokiosques.net/spip.php?article597">http://infokiosques.net/spip.php?article597</a></p>
<p>German: <a href="http://media.de.indymedia.org/media/2009/05//249814.pdf">http://media.de.indymedia.org/media/2009/05//249814.pdf</a></p>
<p>-Poster-  Who are the terrorists? <a href="http://polisson.blogsport.de/archiv-braves/last-months/who-are-the-terrorists">http://polisson.blogsport.de/archiv-braves/last-months/who-are-the-terrorists</a></p>
<p>polisson.blogsport.de</p>
<p>copy/ paste from <a href="https://athens.indymedia.org/front.php3?lang=el&amp;article_id=1190739">https://athens.indymedia.org/front.php3?lang=el&amp;article_id=1190739</a></p>
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		<title>Ihr hättet uns nicht in den gleichen Knast sperren sollen!</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 13:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tarnac9</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Analyse eines Genossen aus Villiers-le-Bel, der im gleichen Knast eingesperrt wurde wie ein Genosse im „Tarnac-Fall“. Fallait pas nous mettre dans la même prison! „Villiers-le-Bel“ und „Tarnac“ – zwei Namen die für juristische, politische und mediale Offensiven des französischen Staates stehen. Sie dienen zur Untermauerung der Idee „Gefahr im Inneren“, sowie zum Präsentieren der Lösung [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a id="res_144152" href="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/1066474568.jpg"><img src="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/previews-med/1066474568.jpg" border="0" alt="" hspace="5" vspace="5" align="right" /></a><strong>Analyse eines Genossen aus Villiers-le-Bel, der im gleichen Knast eingesperrt wurde wie ein Genosse im „Tarnac-Fall“.</strong></p>
<p><strong>Fallait pas nous mettre dans la même prison!</strong></p>
<p>„Villiers-le-Bel“ und „Tarnac“ – zwei Namen die für juristische, politische und mediale Offensiven des französischen Staates stehen. Sie dienen zur Untermauerung der Idee „Gefahr im Inneren“, sowie zum Präsentieren der Lösung eines einzig fähigen Staates zum „Schutz“ der „Bevölkerung“ – die soviel gar nicht verlangte – vor den „bandes de cité“ (Vorstadtbanden) und den so genannten „anarcho-autonomes“.</p>
<p>Für diese beiden Ereignisse wurden zahlreiche Polizeikräfte und diverse wissenschaftliche Mittel der Polizei, wie Fichierung und Überwachung, sowie neue Aufstandsbekämpfungstechniken verwendet. Nach dem Kennenlernen einiger Betroffener dieser juristischen Vorstellung, wollen wir hier versuchen der Art dieser Einsätze näher zu kommen und Mittel erörtern, um ihnen entgegen zu treten. <span id="more-135"></span></p>
<hr /><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Brief von Maka und Benjamin</p>
<p>Ich  bin Maka, ich bin 22 Jahre alt und in Unterbindungshaft seit dem 23.  Februar 2008. Gegen mich wird seit den großen Polizeieinsätzen, die auf  die Aufstände von Villiers-le-Bel im November 2007 folgten, wegen  „versuchtem Mord an einem Polizeibeamten“ ermittelt. Infolge des Todes  zweier Jugendlicher nach einem Zusammenstoß mit einem Polizeifahrzeug  hatten hunderte Kids mit der Polizei gekämpft.</p>
<p>Ich bin Benjamin,  ich bin 31 Jahre alt und stehe unter juristischer „Bewachung“ seit  einem Verfahren um die Mitgliedschaft in einer „kriminellen Vereinigung  mit terroristischen Absichten“, das nach zeitgleichen Anschlägen auf die Stromversorung mehrerer Schnellzugtrassen im November 2008 eingeleitet wurde und frankreichweit zu riesigen Polizeieinsätze führte.</p>
<p>Ein  Weißer. Ein Schwarzer. Eine Vorstadt des Val-d&#8217;Oise. Ein kleines Dorf  in der Corrèze. Afrikanische Eltern der ersten Einwanderungsgeneration.  Provinzielle Mittelklasse. Universitärer Abschluß. Früher Schulabgang.  Unsere Geschichten kreuzen sich durch den Zufall eines Abweichens von  den im großen Zirkus der gesellschaftlichen Reproduktion vorgesehenen  Gleisen. Ein Desertieren von den „Möglichkeiten“ eines vorausgesetzten beruflichen und universitären Karriereplans.  Ein Desertieren von der Perspektive zum früh aufstehenden Frankreich zurückzukehren, das  Frankreich was wir um fünf Uhr im RER treffen, das Frankreich, welches  die Bühne putzt, da wo das Frankreich, das zählt, sich am hellichten  Tag darstellen kann. Auf jeden Fall ein Desertieren vom abschiebenden,  verknackenden, diskriminierenden, befehlenden, klassifizierenden  Frankreich, das aufgrund von Klasse, Rasse und „Herkunft“ verordnet,  urteilt und wegsperrt.</p>
<p>Wir haben uns in einem feuchten und  modrigen Ausgangshof des mit einem schrecklichen Ruf behafteten Knasts  Fresnes getroffen. Im Schatten des Stacheldrahtes, die Füße in der  Rattenpisse. Ein Jahr bereits ist es her, dass wir uns kennenlernten.  Und das Justizsystem hat keine Chance verpasst sein wahres Gesicht zu  zeigen: Ein System, das Tag für Tag die Kriterien des Annehmbaren neu  festlegt und bestimmt, was den meist dominierenden Klassen dieser  Gesellschaft etwas bringt oder nicht.  Gegenüber diesem System  stehen wir beide als halbnackte Figuren des inneren Feindes der neuen  Welle da. Im Visier einer Regierung die täglich die Tradition des alten  und reaktionären Frankreichs aufleben lässt. Wir verstehen die Emsigkeit mit der die Regierung mit Hilfe der meisten Medien von uns –  jeweils auf eigene Art – die schlimmsten Portraits von „Barbaren“,  „Bewustseinslosen“, „Ultra-Gewalttätigen“, „Anarcho-Autonomen“,  „Gesindel“ und sonstigen sprachlichen Übertreibungen skizziert.</p>
<p>Wir  verspüren auch in welchem Ausmaß unsere Verleumdung heraufbeschworen  wird, es ist die Befürchtung, dass diese Darstellungen am Ende  erwünschter sind, als die offiziellen Darstellungen gelungener  Integration. Und sie sind es, zweifelsohne&#8230; der junge  Hochschulabsolvent, der dem Abendland in die Suppe spuckt und sich  damit nicht begnügen wird; der junge Einwanderersohn, der sich seiner  Funktion als Diener, die schon immer für Leute seiner Hautfarbe  vorgesehen waren, nicht mehr beugen möchte. Bemerke: selbst in den  Reihen der designierten inneren Feinde machen Hautfarbe und Förderung  einen mordsmäßigen Unterschied.</p>
<p>Die „Zivilgesellschaft“ und die  Medien bewegen sich weit weniger, wenn es um das Los einiger  jugendlicher „Indigener“ geht, die sich mit der starrsinnigen Polizei  kloppen, als wenn es sich um Abtrünnige der weißen Mittelklasse, der  politischen Grundlage dieses Landes, handelt. Und die Staatsanwälte  haben immer eine härtere Hand. Wir haben uns alle beide dort  wiedergefunden, mit Strafanträgen, die jeweils gleich schlecht  begründet waren, beziehungsweise die auf den guten alten „anonymen  Zeugenaussagen“ fußten, um nicht zu sagen auf „lumpige Denunziation“,  zur rechten Zeit und ohne jegliche belastende Beweismittel&#8230;</p>
<p>Wir  wurden in echte Staatsaffären verwickelt, deren politische Schlagkraft  weit über das subjektive Geschick unserer kleinen Personen  hinausgingen. Da, wo diese gar nichts zählen, im Namen der  Herausforderungen der Wahlen, des Wettstreits zwischen den Geheimdiensten und der Polizei, der polizeilichen- und ministeriellen  Kommunikationspolitik. Selbst vor seiner Wahl zum Staatschef hatte  Nicolas Sarkozy seine Befürchtung eines – nie erfolgten –  „Zusammenschlusses“ der Jugendrevolten in den Vorstädten und der  Bewegungen gegen den Ersteinstellungsvertrages (CPE) an den Unis  betont. Es ist kein geringfügiges Paradoxon, dass seine Repression  selbst es war, die uns zusammenführte.</p>
<p>Es hat nie einen besseren  Katalysator gegeben, als das gemeinsame erdulden einer Feindseligkeit,  um Grenzen zu überschreiten, die manchmal unüberwindbar schienen. Das  einfache aneinander stellen unserer zwei Geschichten, erleuchtet die  Gegenwart mit einem schärferen Licht. Wir denken, dass unsere  Zusammenkunft mehr als eine nette Anekdote ist. Sie ist uns beiden als  seltene Chance erschienen aufzuzeigen, was passieren muss, wie wir den  politischen Morast der Gegenwart verlassen können. Wenn wir heute das  Wort ergreifen, ist das, weil es an der Zweit ist, dem ewigen  Fatalismus derer Einhalt zu gebieten, die unter die Räder der Justiz  gekommen sind und keinen anderen Horizont besitzen, als den  eingeschränkten der Knäste.  Wir sind keine Vogelscheuchen, wir  haben das Vermögen zu denken und zu sprechen. Und wir werden diese  Fähigkeiten anwenden, gegen jegliche Erstickung. Ende Oktober wurde das Verfahren gegen die Polizisten, die an Bord des Fahrzeuges waren, das  den Tod von Larami und Moushin hervorrief, eingestellt. Es wird keine  Verhandlung geben. Derweil wird verkündet, dass vier Personen vor ein  Schwurgericht sollen, die, ohne dasd es Beweismittel gäbe, verdächtigt  werden, während der Ausschreitungen auf die Polizeikräfte geschossen zu  haben. Alles weist auf einen Sühneprozess hin.</p>
<p>Es wird darauf  hinauslaufen ein Exempel an der rebellischen Jugend dieses Landes zu  statuieren: „Hofft nicht einmal darauf euch verteidigen zu können! Wir  kommen ungestraft davon, und ihr kriegt fette Strafen. Eure Füße und  Fäuste sind gebunden“, so scheint es aus einem höllischen Chor der  vereinigten Obrigkeiten zu erklingen. Und wir werden ihn noch lange  hören: Am 27. Oktober fand in Clichy sous Bois eine Gedenkveranstaltung  für Zyed und Burna statt, die 2005 nach einer Verfolgungsjagd mit der  Polizei in einem Transformatorenhäuschen ums Leben kamen. Am selben Tag  erstatteten die Polizisten Anzeige wegen „unterlassener Hilfeleistung“  gegen den mittlerweile volljährigen Muhittin, den einzigen überlebenden der drei Jugendlichen.</p>
<p>Ich bin Benjamin, ich war gerade mal drei  Wochen lang gefangen. Wie alle anderen Angeklagten in meinem Fall,  befinde ich mich seit elf Monaten unter juristischer Überwachung mit  der Auflage, nicht nach Hause zu gehen. Ich versuche zu bewirken, dass  diese Zeit, die der Justizapparat geklaut hat, nicht umsonst war.</p>
<p>Ich  bin Maka und wie alle anderen Angeklagten in meinem Fall, befinde ich  mich seit 20 Monaten in „Unterbindungshaft“ in einer Isolationszelle.  Ich lese, ich schreibe, ich schärfe mein Verständnis dieser Welt und  des Platzes der uns in ihr gewährt wurde. Ich mache meine Revolution  auf neun Quadratmetern.  Wir sind nur zwei Beispiele unter so  vielen anderen, die wir hier nicht alle aufzählen können. Das Jahr 2010  dürfte neue Bewegung in unsere beiden „Fälle“ bringen. Diese stellen  den totalen Krieg dar, den die Regierung gegen alles führt, das sich  nicht seinen eiskalten und zivilisierten Idealen unterwirft.</p>
<p>Wir  denken nicht das ihnen diese Siege sicher sind. Wir sind uns sicher,  dass wir immer mehr sein werden, mit allen Hintergründen, entschlossen  uns nicht auf die Köpfe treten zu lassen. Diese juristischen  „Handlungen“ müssen auch für jeden die Möglichkeit bieten, in seinem  Zeitalter Stellung zu beziehen. Unter diesen Umständen leise zu  bleiben, gleicht dem Halten des Stils der Schauffel, die sich abquält,  uns lebendig zu begraben.</p>
<p>Gedenken an Larami und Moushin, zwei Jahre nach ihrem Tod</p>
<p>Villiers-le-Bel, 25. November 2009</p>
<p>Wie  eine Journalistin der AFP feststellte, versammelten sich am Mittwoch  Nachmittag ungefähr 200 Menschen in Villiers-le-Bel (Val d&#8217;Oise), um  zwei Jugendlichen zu gedenken, die am 25. November 2007 nach dem  Zusammenstoß ihres Motorrades mit einem Polizeifahrzeug starben.  Freunde, Nachbarn und Mitglieder des Vereins „Respect, Vérité, Justice“  (Respekt, Wahrheit, Gerechtigkeit) sind an der Rue Louise Michel, einer  kleinen Straße inmitten der Vorstadthäuschen, wo sich der Unfall  ereignete, versammelt, vor einer Gedenkstele an Moshin und Larami, mit  einer roten Rose in der Hand. „Die Verletzung ist tief und wird nie  verheilen“, bekundet der sozialdemokratische Bürgermeister Didier  Vaillant vor der Menge. „Ein Prozess wäre besser gewesen“, hat er  gesagt.</p>
<p>Im Oktober hat die im Fall des Zusammenpralls zuständige Untersuchungsrichterin das Verfahren eingestellt und somit die Polizisten vollständig entlastet. „Wir werden in Versailles vor das  Berufungsgeicht gehen“, erinnert Monsieur Jean-Pierre Mignard, Anwalt  der Familien der beiden Jugendlichen die Menge. „Es ist ein Kampf für  unser Land, dass die Justiz die gleiche für alle ist“, fügte er hinzu.  Der Anwalt fordert, dass „der unwillentliche Totschlag anerkannt wird,  mit einer folgenden Aufteilung der Verantwortlichkeiten auf  zivilrechtlicher Ebene“. Er argumentiert: „Die Polizei hätte Gas  gegeben, ohne Blaulicht oder Martinshorn. Wenn gewünscht wird, dass es  ein Gesetz in der Banlieue gibt, dann das Gesetz, das ganze Gesetz und  nichts als das Gesetz“, sagte M. Mignard gegenüber der Presse. Die  bewegten Eltern von Moshin, sagten nichts.</p>
<p>Es wurde eine  Schweigminute eingelegt. Rund 50 Jugendliche sind daraufhin zum  Berufungsgericht nach Versailles gegangen, um dort einen Blumenstrauß  und mehrere weiße Rosen nieder zu legen, stellte die AFP fest. Mehrere  unter ihnen trugen schwarze T-shirts mit der Aufschrift „Gestorben für  nichts. Laramy und Moushin. 25.11.2007.“ Auch vor dem Berufungsgericht  gab es eine Schweigeminute. „Es war wichtig, dass die Unterlagen in die  Hände des Berufungsgerichts gelangen“. Unsere Nachricht ist: „Begrabt sie nicht zweimal“, so Saïd Oubiskarne, Sprecher des Vereins „Respect,Vérité, Justice&#8221;, gegenüber der Presse.</p>
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		<title>Why We Will No Longer Respect the Judicial Restraints Placed Upon Us</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 17:33:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tarnac9</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Translation of statement that appeared in &#8220;Le Monde,&#8221; 3 December 2009. The arrest of Christophe on 27 November [2009] marks a [new] stage in the mad governmental fit that one has modestly called &#8220;the Tarnac Affair.&#8221; His arrest situates the point at which this procedure only proceeds so as to save itself: they have indicted [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>
<a id="res_132714" href="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/Vignette3-ee74a.jpg"><img src="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/previews-med/Vignette3-ee74a.jpg" border="0" hspace="6" vspace="6" align="right" /></a><em>Translation of statement that appeared in &ldquo;Le Monde,&rdquo; 3 December 2009.</em></p>
<p><strong>The arrest of Christophe on 27 November [2009] marks a [new] stage in the mad governmental fit that one has modestly called &ldquo;the Tarnac Affair.&rdquo; His arrest situates the point at which this procedure only proceeds so as to save itself: they have indicted one more person in the sole hope of maintaining the others.<br />
</strong><br />
As part of the &ldquo;first circle,&rdquo; Christophe belongs to the small group of people with whom we discuss our defense. The judicial controls that would like, from now on, to prevent him from seeing us is one aberration too many. It is also a conscious attempt to disorganize the defense. At this point, when all notions of what is lawful are twisted, who could still demand that we continue to respect these judicial controls and this demented procedure? Absurd. There is no need to see yourself as above the law to ascertain that the law is beneath everyone. Besides, a society that maintains itself by means that are so obviously criminal has no business bringing charges against anyone.</p>
<p>Freedom under judicial control is the name for a sort of mystical experience that anyone can have. <span id="more-134"></span>Imagine that you have the right to see whomever you like, except for those whom you love; that you can live anywhere except your home; that you can speak freely on the telephone or in the presence of unknown people, but that anything you say can, one day or another, be used against you. Imagine that you can do whatever you like, except for what you hold dear. A handleless knife from which one removes the blade more resembles a knife than freedom under judicial control resembles freedom.</p>
<p>You are walking on the street with three friends. According to the cops who follow you, &ldquo;the four subjects headed in the direction of . . .&rdquo; After months of being separated, you re-unite with someone who is dear to you. In judicial jargon, this is a &ldquo;fraudulent consultation.&rdquo; If you do not renounce the loyalty supposed by friendship, even when facing adversity, you are obviously part of a &ldquo;criminal association.&rdquo;</p>
<p>The police and their justice have no match when it comes to distorting what falls into their view. Perhaps, finally, they will only render monstrous that which, lovable or detestable, is easily understood.</p>
<p>If it is enough to not recognize oneself in the existing political organizations to be &ldquo;autonomous,&rdquo; then one must admit that we, the autonomous, are the majority in this country. If it is enough to see union leaders as sworn traitors to the working class to be &ldquo;ultra-Left,&rdquo; then the base of the CNT is currently composed of a series of dangerous ultra-Left cells.</p>
<p>We are deserting. We will no longer check in [with our supervisors] and we think it will be good to see each other again, as we have already done to write this very text. We do not seek to hide ourselves. Quite simply, we are deserting Judge Fragnoli and the hundred small rumors, the thousand miserable harsh remarks, that he makes about us to this or that journalist. We are deserting the kind of private war in which the Anti-Terrorist Squad would like to engage us by following us, &ldquo;sonorizing&rdquo; our apartments,[1] spying on our conversations, going through our garbage and recording everything that we might say to our families during our visits in prison with them.</p>
<p>If they are fascinated with us, we are not fascinated with them &mdash; whom our children, not without humor, now call the &ldquo;thieves of toothbrushes,&rdquo; because every time they aim their 9mm guns at us, they swipe all the toothbrushes for their precious DNA experts. They need us to justify their existence and their reputation, but we don&rsquo;t need them. They must constitute us, through all kinds of surveillance and administrative procedures, as a paranoid grouping, we who who aspire to dissolve ourselves in a mass movement that, among many other things, will dissolve them, as well.</p>
<p>What we desert above all is the role of Public Enemy, that is to say, the role of [sacrificial] victim, which they have wanted us to play. And, if we desert, it is to take up the struggle again. In very similar circumstances, George Guingouin once said, &ldquo;Instead of tracked prey, one must feel like a combatant&rdquo; (Communist Resistor).</p>
<p>Everywhere in the social machine, this [desertion] explodes with a rumble and sometimes this rumble is so low it takes the form of a suicide. There isn&rsquo;t a sector of this machine that has been spared from this type of explosion: agriculture, energy, transportation, high-school education, communications, research, college education, the hospitals, psychiatry. And each of these cracks add nothing, alas, if not a surplus of depression and vital cynicism &mdash; things that are quite valuable, in the final analysis.</p>
<p>Like the greatest number of people today, we are torn apart by the paradox of the situation: on the one hand, we cannot continue to live like this nor let the world, led by an oligarchy of imbeciles, run to its doom; on the other hand, any perspective more desirable than the current disaster, any idea of the practical route by which we might escape this disaster, has been stolen. And no one revolts without having the perspective of a better life, except for several sympathetically desperate souls.</p>
<p>This era doesn&rsquo;t lack wealth; it is plagued by shortness of breath. &ldquo;We must have time, we must have [more] time &mdash; intrigues of long duration.&rdquo;[2] One of the principal effects of what one calls &ldquo;repression&rdquo; is to take time away from us (same with salaried work). Not only by materially taking time away from us &mdash; time passed in prison, time passed trying to get those in prison released &mdash; but also and foremost by imposing its own rhythm. The existence of those who stand up to the repression, for themselves and for their entourage, becomes perpetually obsessed with immediate developments. Everything leads to the short-term and what&rsquo;s new. All duration breaks up. The judicial controls are of this nature; they have these kinds of effects. This is also good.</p>
<p>What has happened to us was not centrally intended to neutralize us as a group, but to create an impression among the greatest number of people, notably among those (and they are many) who no longer manage to hide the ill-will they have for the world such as it is. They haven&rsquo;t neutralized us. Even better, they have neutralized nothing at all by using us in this way.</p>
<p>And nothing can prevent us from taking up our task once again, this time more widely, no doubt, than before: to re-elaborate a perspective that is capable of removing from us the state of collective impotence that strikes us all. Not exactly a political perspective; not a program; but [an analysis of] the technical and material possibilities of a practical route towards other connections with the world and other social connections, and this by being ready for the existing constraints, the actual organization of this society, its subjectivities as well as its infrastructures.</p>
<p>Because it is only through a keen knowledge of the obstacles to the upheaval that we will manage to clear the horizon. This will be a long-term task, and it doesn&rsquo;t make any sense for us to pursue it alone. This is an invitation.</p>
<p>[signed]</p>
<p>Aria, Benjamin, Bertrand, Christophe, Elsa, Gabrielle, Julien, Manon, Mathieu and Yildune are the 10 people who have been indicted in the so-called &ldquo;Tarnac Affair.&rdquo;[3]</p>
<p>[1] Translator&rsquo;s note: that is to say, by bugging their apartments with eavesdropping devices.</p>
<p>[2] Translator&rsquo;s note: I have placed this sentence in quotes, as if it were spoken by &ldquo;this era.&rdquo;</p>
<p>[3] Translator&rsquo;s note: in response to the publication of this statement, the District Attorney&rsquo;s Office in Paris &ldquo;asked the judges involved to verify the conditions of the development of these judicial controls&rdquo; (a representative of the office, quoted in Le Monde, 4 December 2009). &ldquo;If these obligations were not respected, the District Attorney will draw all the [proper] conclusions.&rdquo; Those who disobey judicial control risk being returned to prison.</p>
<p>(Published in Le Monde on 3 December 2009. Translated from the French on 4 December 2009.)
</p>
<p>
copy/ paste from <a href="http://tarnac9.wordpress.com/2009/12/05/statement-from-the-tarnac-ten/">http://tarnac9.wordpress.com/2009/12/05/statement-from-the-tarnac-ten/ </a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Beschuldigten von Chambéry: Mike ist aus dem Haftkrankenhaus entlassen worden und unter Auflagen in Freiheit!</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Aug 2009 17:16:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tarnac9</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Wochen konnte man in allen [franz&#246;sischen] Medien von der &#34;t&#246;dlichen Explosion in der N&#228;he von Chamb&#233;ry&#34; lesen und h&#246;ren. In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ist in Cognin (in den Savoyen) ein selbstgemachter Sprengsatz in einer stillgelegten Fabrik zuf&#228;llig hochgegangen. Es handelte sich um einen leeren Feuerl&#246;scher, der als [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>
<a id="res_134420" href="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/pilos.jpg"><img src="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/previews-med/pilos.jpg" border="0" hspace="5" vspace="5" align="right" /></a>Vor einigen Wochen konnte man in allen [franz&ouml;sischen] Medien von der &quot;t&ouml;dlichen Explosion in der N&auml;he von Chamb&eacute;ry&quot; lesen und h&ouml;ren. In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ist in Cognin (in den Savoyen) ein selbstgemachter Sprengsatz in einer stillgelegten Fabrik zuf&auml;llig hochgegangen.</p>
<p>Es handelte sich um einen leeren Feuerl&ouml;scher, der als Beh&auml;lter f&uuml;r eine Mischung aus Soda-Chloraten (industrielles Unkrautvernichtungsmittel) und Zucker diente, eine Mischung, wof&uuml;r sich das Rezept leicht im Internet finden l&auml;sst. Jedes Jahr gibt es mehrere Dutzend solcher zuf&auml;lliger Explosionen bei zuk&uuml;nftigen Chemikern in ganz Frankreich. Ein Vorfall diesen Typs ist k&uuml;rzlich in einem Studierendenwohnheim im 7. Arrondissement in Lyon passiert<span id="more-133"></span>
</p>
<p>
Wenn jetzt wie bei der Aff&auml;re von Chamb&eacute;ry die SDAT [franz&ouml;sische Antiterror-Polizei] mit der Sache befasst ist, liegt das ganz einfach daran, dass Zo&eacute; und Micka&euml;l als der anarchistischen Bewegung nahestehend registriert worden sind.
</p>
<p>
Bei der Explosion ist Zo&eacute; ums Leben gekommen und Micka&euml;l ist an den Armen und im Gesicht schwer verletzt worden. Er ist am selben Abend ins &Eacute;douard-Herriot-Krankenhaus eingeliefert worden, in die Abteilung f&uuml;r schwere Brandverletzung und ist einige Tage sp&auml;ter in der Haftkrankenhausabteilung Jules Courmont in Lyon inhaftiert worden. Dann war er in Corbas im Gef&auml;ngnis. So schnell, wie Zo&eacute; und Micka&euml;l von Anfang an als &gt;Libert&auml;re&lt; klassifiziert worden sind, so schnell wurden sie von Medien und Polizei der anarcho-autonomen Bewegung [&laquo; mouvance anarcho-autonome &raquo;] zugeordnet.</p>
<p>-Grenoble am 1. Juli: ein in Brand gesetzter RangeRover (Vierradantrieb) wurde gegen die Fassade der BNP-Bank gebracht, in Solidarit&auml;t mit Zo&eacute; aus Chambery und Mauricio aus Chile<br />
Erkl&auml;rungsschreiben vom: &laquo; Commando d&eacute;mocratie = pyromanie &raquo;</p>
<p>- am Ende der Woche vom 18. Juli ist Mike unter Auflagen entlassen worden</p>
<p>Diese Geschichte hatte damals auch Rafou und Lucas (Pseudonyme) in die Gef&auml;ngnisse La Sant&eacute; (Paris) und Fresnes gebracht, den einen f&uuml;r anderthalb Monate, den anderen f&uuml;r drei Wochen. Mike war der letzte, der noch innerhalb der Gef&auml;ngnismauern verbleiben musste. Wie f&uuml;r die anderen sind seine Mauern immer noch pr&auml;sent, was den Umst&auml;nden der Auflagen [contr&ocirc;le judiciaire] geschuldet ist, die w&auml;hrend der Untersuchung/Ermittlung andauern werden (die wahrscheinlich etwa ein Jahr in Anspruch nehmen werden.</p>
<p>Nichts ist zu Ende &#8211; es ist nicht falsch, dies noch einmal zu wiederholen.</p>
<p>F&uuml;r Zo&eacute;, die wir niemals vergessen werden.</p>
<p>
[http://lelaboratoire.over-blog.com/article-34060822.html]<br />
<em>per email </em></p>
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		<title>Bericht SDAT November 2008</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Aug 2009 17:07:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tarnac9</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir dokumentieren an dieser Stelle den &#34;Bericht der Unterabteilung &#8216;Antiterrorismus&#8217; der Generalabteilung der Kriminalpolizei [SDAT] f&#252;r den Staatsanwalt / Generalanwalt von Paris&#34; von November 2008. 1000 Dank den &#220;bersetzerInnen. Die franz&#246;sische Version gelangte &#252;ber einen Journalisten an die &#214;ffentlichkeit. Die Bullen stellen in diesem Text die &#34;Fakten&#34; aus ihrer Sicht dar. Behaltet dies also beim [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>
<a id="res_124091" href="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/p1315968.jpg"><img src="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/previews-med/p1315968.jpg" border="0" hspace="5" vspace="5" align="right" /></a>Wir dokumentieren an dieser Stelle den &quot;Bericht der Unterabteilung &#8216;Antiterrorismus&#8217; der Generalabteilung der Kriminalpolizei [SDAT] f&uuml;r den Staatsanwalt / Generalanwalt von Paris&quot; von November 2008. 1000 Dank den &Uuml;bersetzerInnen.
</p>
<p>
Die franz&ouml;sische Version gelangte &uuml;ber einen Journalisten an die &Ouml;ffentlichkeit. Die Bullen stellen in diesem Text die &quot;Fakten&quot; aus ihrer Sicht dar. Behaltet dies also beim Lesen im Hinterkopf und nehmt nicht alles f&uuml;r bare M&uuml;nze!<br />
<span id="more-132"></span>
</p>
<p>
Download als pdf: <a href="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/Bericht-SDAT-November2008.pdf">http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/Bericht-SDAT-November2008.pdf</a><a href="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/Bericht-SDAT-November2008.pdf"></a></p>
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		<title>Hakenkrallen &#8220;Made in Germany&#8221;?</title>
		<link>http://tarnac9.noblogs.org/post/2009/07/30/hakenkrallen-made-in-germany/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 12:44:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tarnac9</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Matthias Monroy Wie in Deutschland wurden auch in Frankreich Oberleitungen von Bahnlinien mit &#8220;Hakenkrallen&#8221; präpariert. Ermittelt wird wegen Terrorismus In den frühen Morgenstunden des 11. November letzten Jahres hatten Spezialeinheiten der französischen Polizei landesweit mehrere Objekte durchsucht und neun Personen festgenommen. Den Betroffenen dieser &#8220;Operation Taiga&#8221; wird vorgeworfen, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung zu sein. Einige [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a id="res_134103" href="http://euro-police.noblogs.org/gallery/3874/134103-plan-6d4ef.jpg"><img src="http://euro-police.noblogs.org/gallery/3874/previews-med/134103-plan-6d4ef.jpg" border="0" alt="" align="right" /></a><em>Matthias Monroy<br />
</em></p>
<p><strong>Wie in Deutschland wurden auch in Frankreich Oberleitungen von Bahnlinien mit &#8220;Hakenkrallen&#8221; präpariert. Ermittelt wird wegen Terrorismus </strong></p>
<p>In den frühen Morgenstunden des 11. November letzten Jahres hatten Spezialeinheiten der französischen Polizei landesweit mehrere Objekte durchsucht und neun Personen <a href="http://juralibertaire.over-blog.com/article-28642786.html">festgenommen</a>. Den Betroffenen dieser &#8220;Operation Taiga&#8221; wird vorgeworfen, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung zu sein. Einige von ihnen sollen wenige Tage zuvor mit sogenannten &#8220;Hakenkrallen&#8221; an Oberleitungen von Bahnlinien versucht haben, Züge zum Halten zu zwingen.</p>
<p>Im Dörfchen Tarnac im Südwesten Frankreichs, wo die Verhafteten zusammenleben, hatte die maskierte Polizei Fotografen und ein Fernsehteam zur Razzia mitgebracht. Die Reporter präsentierten den geneigten Zuschauern die vermeintlichen Verantwortlichen für stundenlange Zugverspätungen der Hochgeschwindigkeitszüge TGV im Frühstücksfernsehen. Trotz fehlender Beweise und bestenfalls dürftigen Indizien dauerte es beinahe sieben Monate, bis mit Julien Coupat der letzte der Beschuldigten vorläufig aus der Haft entlassen wurde. <span id="more-131"></span>Die lange Untersuchungshaft des ehemaligen Philosophiestudenten und Mitbegründers der Zeitung &#8220;Tiqqun&#8221; wurde von den Behörden mit seiner Rolle als &#8220;Anführer&#8221; begründet. Für seine Freilassung hatten sich zuvor Intellektuelle, unter ihnen Giorgio Agamben (<a href="http://eipcp.net/n/1227534463?lid=1227536496">Terrorismus oder Tragikomödie?</a>), mit Erklärungen und einer <a href="http://tarnac9.wordpress.com/2008/11/24/free-the-tarnac9/">Petition</a> eingesetzt:</p>
<blockquote><p>Aktivisten gegen die (in jedem Fall fragwürdige) Art und Weise, wie mit sozialen und ökonomischen Problemen heute umgegangen wird, werden heute ipso facto als potenzielle Terroristen angesehen, sogar wenn keine einzige Handlung diese Anklage rechtfertigen kann.<br />
Giorgio Agamben</p></blockquote>
<p>Wie im <a href="http://einstellung.so36.net/de/1425">Verfahren</a> gegen die militante gruppe in Deutschland (<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26099/1.html">Andrej H., § 129a und die verdächtigen Begriffe</a>), aber auch z.B. gegen die FARC in Kolumbien, benutzen französische Innenbehörden einen Wissenschaftler als Klammer für weitreichende Ermittlungsverfahren gegen eine &#8220;terroristische Vereinigung&#8221;. Yldune Lévy, ebenfalls im November inhaftiert, wurde als &#8220;Freundin&#8221; von Julien Coupat inszeniert &#8211; immerhin reichte dieser Status den Behörden, um sie bis Ende Januar festzuhalten.</p>
<blockquote><p>Wie könnte ein Staatsmann verstehen, dass für mich nichts weniger begehrenswert ist, als die Ehefrau eines Chefs zu sein? <a href="http://tarnac9.noblogs.org/post/2009/06/24/yldune-l-vy-zwei-oder-drei-dinge-die-ich-euch-sagen-wollte">Yldune Lévy</a></p></blockquote>
<p>In den Medienrummel um die &#8220;Tarnac9&#8243; passt auch Schweizerin Aria Thomas, die sechs Jahre lang in einer bekannten Fernsehserie gespielt hatte, bevor sie in Tarnac eingezogen war und ebenfalls im Gefängnis landete. Dass sich jüngst ein Boulevardblatt <a href="http://www.20minutes.fr/article/332839/France-Mariage-Coupat-Levy-une-journee-marathon.php">aufdie Lauer legte</a>, um Fotos der Hochzeit von Yldune Lévy und Julien Coupat zu schießen, markiert den vorerst letzten Höhepunkt des öffentlichen Interesses. Die beiden können nun Aufenthaltsverbote und Kontaktsperren umgehen, zu denen sie mit der Haftverschonung gezwungen werden.</p>
<p>Zwar hat die monatelange Berichterstattung und Personifizierung den Beschuldigten erhebliche Sympathien gebracht und massiven Druck auf Polizei und Innenministerium ausgeübt. Dabei gerät aus dem Blick, dass es bereits seit Anfang letzten Jahres eine massive Verfolgung anderer linker Aktivisten in Frankreich gibt. Nach der <a href="http://euro-police.noblogs.org/post/2008/12/10/glossar-zu-franz-sischen-verfolgungsbeh-rden">Reorganisierung</a> der Behörden des Innenministeriums, der Polizei und der Inlandsgeheimdienste hatte die frühere Innenministerin Alliot-Marie zum Sturm auf eine <a href="http://www.lejdd.fr/cmc/societe/200849/sabotages-trois-suspects-liberes_169608.html">&#8220;Ultragauche&#8221;</a> geblasen, zu der auch die &#8220;Tarnac9&#8243; gerechnet werden. Aktivisten wurden verhaftet weil sie &#8211; wie bei Demonstrationen in Frankreich üblich &#8211; Rauchpulver mitführten und in ihrem Auto Nägel gefunden wurden; sie werden beschuldigt aus dem Material &#8220;Nagelbomben&#8221; bauen zu wollen.<br />
Um die Ermittlungsverfahren zusammenzuführen, wird eine &#8220;mouvance anarcho autonome&#8221; konstruiert, die zuletzt die Auseinandersetzungen mit der Polizei beim NATO-Gipfel in Strasbourg verantworten soll. Sie sei international vernetzt, da sie Freundschaften in anderen Ländern unterhalte, darunter Griechenland, Deutschland, Spanien und Italien. Aus <a href="http://divergences.be/spip.php?article1228&amp;lang=fr">öffentlichgewordenen Ermittlungsakten</a> ist zu entnehmen, dass Beschuldigten auch ihre politischen Aktivitäten bei G8-Gipfeln oder die Teilnahme an einer Demonstration gegen den &#8220;Anti-Islamisierungskongress&#8221; in Köln als verdächtig ausgelegt werden.<br />
Im Windschatten der Kampagne gegen die &#8220;mouvance anarcho autonome&#8221; hatte das Parlament kürzlich ein &#8220;Anti-Banden-Gesetz&#8221; verabschiedet (<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30583/1.html">Überwachung gewaltbereiter Jugendlicher über Blogs und SMS</a>), nach den militanten Protesten beim NATO-Gipfel folgte zügig ein &#8220;Kapuzenverbot&#8221;.<br />
Julien Coupat wird zur Last gelegt, das Buch <a href="http://zinelibrary.info/files/pdf_Insurrection.pdf">Der kommende Aufstand</a> (herausgegeben von einem &#8220;Unsichtbaren Komitee&#8221;) mitverfasst zu haben, in dem unter anderem zur Sabotage aufgerufen wird &#8211; in Frankreich immerhin ein seit Jahrhunderten übliches und immer noch propagiertes <a href="http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/nortel-frankreich-mitarbeiter-drohten-angeblich-mit-fabriksprengung-im-streit-um-stellenabbau_aid_417122.html">Mittel</a> im Arbeitskampf. &#8220;Der kommende Aufstand&#8221; ist mittlerweile auf <a href="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/insurrection_english.pdf">englisch erschienen</a> und wird sogar <a href="http://www.foxnews.com/video2/video08.html?maven_referralObject=6459186&amp;maven_referralPlaylistId&amp;sRevUrl=http%3A%2F%2Fwww.foxnews.com%2Fglennbeck%2Findex.html">von Glenn Beck in &#8220;Foxnews&#8221; zur Lektüre empfohlen</a>.<br />
In der Zeitung <a href="http://bellaciao.org/fr/spip.php?article86321">Le monde</a> hatte Julien Coupat allerdings erklärt, zwar nicht dessen Autor, aber begeisterter Leser zu sein. Immerhin hatte die ausführliche, erstmals seit der Verhaftung öffentlich vorgetragene Stellungnahme in Le monde die Staatsanwaltschaft und Richter derart unter Druck gesetzt, seinem vierten Haftprüfungsantrag zuzustimmen und ihn wenige Tage später zu entlassen.<br />
<strong><br />
&#8220;Made in Germany&#8221; </strong><br />
In Frankreich ist nie eine Erklärung für die Sabotage der Oberleitungen eingegangen. Stattdessen hatten Zeitungen in Deutschland <a href="http://jungle-world.com/artikel/2009/23/35194.html">einenTag vor den Verhaftungen der &#8220;Tarnac9&#8243;</a> entsprechende Schreiben erhalten, darunter auch die taz Berlin &#8211; die es allerdings nicht für wichtig genug hielt, diese zu <a href="http://media.de.indymedia.org/media/2009/05//249814.pdf">veröffentlichen</a>. Der Brief, der mit &#8220;Weil wir es satt haben&#8221; beginnt, wurde in Hannover aufgegeben. Die Verfasser übernehmen darin die Verantwortung für <a href="http://tarnac9.noblogs.org/post/2009/05/07/im-fr-htau">Anschläge</a> auf Strecken in Frankreich und Deutschland im November 2008 anlässlich des &#8220;Castor&#8221;-Transports mit Atommüll von La Hague nach Gorleben: Paris-Strasbourg, Paris-Lille, Paris-Rhone-Alpes, Paris-Bourgogne, Ludwighafen-Mainz, Kassel-Ruhrgebiet, Ruhrgebiet-Hannover, Bremen-Hamburg und mehrere Strecken im Raum Berlin. Der Text endet mit den Worten &#8220;&#8230; in Erinnerung an Sébastian&#8221;. Sébastian Briat war 2004 in Frankreich von einem Zug überrollt worden, als er sich aus Protest gegen einen Atomtransport an die Gleise kettete. Der Zugführer hatte die Signale zum Anhalten nicht beachtet (<a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18769/1.html">Die Anweisung &#8220;Vorsichtige Fahrt&#8221; wurde nicht gegeben</a>).</p>
<blockquote><p>Es ist wahr, dass die Sabotage der Eisenbahnlinien damit viel von ihrer Aura des Mysteriösen verliert: es handelte sich einfach darum, gegen den Transport von ultra-radioaktivem Atommüll nach Deutschland auf dem Schienenweg zu protestieren und nebenbei den großen Nepp der &#8220;Krise&#8221; anzuprangern. Das Kommuniqué schließt damit ab, sehr im Stil der SNCF, wir bedanken uns bei den Fahrgästen der betreffenden Züge für ihr Verständnis.<a href="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/Julien_Coupat_in_Le_monde.pdf"></a> <a href="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/Julien_Coupat_in_Le_monde.pdf">Julien Coupat</a></p></blockquote>
<p>Die Sabotage von Oberleitungen gehört in Deutschland seit 1996 zum Repertoire linker Aktivisten, um etwa gegen die Rolle der Deutschen Bahn bei &#8220;Castor&#8221;-Transporten zu protestieren. Obwohl bei den Aktionen keine Menschen verletzt werden können, ermitteln Verfolgungsbehörden neben &#8220;gefährlichem Eingriff in den Bahnverkehr&#8221; auch nach dem Terrorismusparagraphen §129a, der ihnen beträchtlichen Spielraum zur Überwachung potentieller Verdächtiger gewährt. Bundes- und Landeskriminalämter nutzen die Kompetenzen §129a gemeinhin auch zur Durchleuchtung einer gesamten Szene. Viele Betroffene werden zunächst als Zeugen vorgeladen, damit haben sie keinen Anspruch auf Aussageverweigerung.<br />
Der 1976 eingeführte §129a gilt <a href="http://einstellung.so36.net/de/hg/terror-paragraph">als &#8220;Gesinnungsparagraph&#8221; und &#8220;juristische Mehrzweckwaffe&#8221;</a>. In den allermeisten Fällen werden die Ermittlungen Jahre später eingestellt &#8211; nicht ohne umfangreiches Material angehäuft zu haben, das einen tiefen Einblick in die Strukturen gibt. Trotz <a href="http://mausev.privat.t-online.de/GH/gold2d.html">Einstellungaller Verfahren</a> auch wegen &#8220;Hakenkrallen&#8221; werden Verdächtige, &#8220;Betroffene&#8221; (z.B. Mitbewohner) oder Zeugen weiterhin in Dateien des BKA gespeichert.<br />
Die französische Polizei vermutet, dass die in Frankreich verwendeten Hakenkrallen <a href="http://www.lejdd.fr/cmc/societe/200850/sabotages-revelations-sur-une-piste-allemande_172312.html">Made in Germany</a> seien, und ersuchte beim deutschen BKA, angeblich aber auch in <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/international/TGV;art123,2684819">Italien</a> um Unterstützung der Ermittlungen. Drei deutsche Aktivisten, gegen die bereits früher nach §129a in der BRD ermittelt wurde, erhielten eine richterliche Zeugenvorladung. Im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens des &#8220;Tribunal de Grande Instance de Paris&#8221; sollten die Betroffenen in Hamburg und Berlin im Beisein von sechs französischen Untersuchungsrichtern verhört werden. Offensichtlich werden die drei eher als Verdächtige denn als Zeugen geführt: Das LKA Berlin hatte kurz vor der Vernehmung erfolglos versucht, bei einer der Vorgeladenen eine Hausdurchsuchung durchzuführen. Alle drei verweigerten demnach die Aussage.<br />
Wie die <a href="http://www.mausev.privat.t-online.de/GH/gold2aa.html">früheren Verfahren nach §129a wegen Sabotage von Oberleitungen</a> geriet auch die Zeugenvorladung in Berlin zur Farce. Eine Zeugin erschien zunächst nicht zur Befragung und nahm stattdessen an einer Protestkundgebung mit einer &#8220;Goldenen Hakenkralle&#8221; vor der französischen Botschaft in Berlin teil &#8211; in einem gelben Affenkostüm mit einem Schild gegen Atomtransporte auf dem Rücken. Trotz Maske wurde sie von der Polizei erkannt und, immer noch verkleidet, <a href="http://www.info.libertad.de/de/blogs/7/193">zwangsweisevorgeführt</a>.<br />
<em> </em></p>
<p><em> Copy/ paste von <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30823/1.html">http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30823/1.html</a></em></p>
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		<item>
		<title>Zu den Festnahmen wegen &#8220;Hakenkrallen&#8221; in Italien</title>
		<link>http://tarnac9.noblogs.org/post/2009/07/28/zu-den-festnahmen-wegen-hakenkrallen-in-italien/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 15:50:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tarnac9</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 3. Juni, f&#252;nf Tage vor Beginn des G8-Gipfels, hatten Carabinieri der &#34;Sektion Anti-Terrorismus&#34; (ROS) zwei italienische Aktivisten in einer &#34;Operation Shadow&#34; auf einer Br&#252;cke festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, einen Anschlag mit &#34;Hakenkrallen&#34; auf die Bahnlinie Viterbo &#8211; Ancona geplant zu haben. In der Presse wurden sie als Teil einer &#34;anarcho-insurrektionalistischen Vereinigung&#34; mit N&#228;he zur [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a id="res_133911" href="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/image-500-7b5dc.jpg"><img src="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/previews-med/image-500-7b5dc.jpg" border="0" hspace="5" vspace="5" align="right" /></a>Am 3. Juni, f&uuml;nf Tage vor Beginn des G8-Gipfels, hatten Carabinieri der &quot;Sektion Anti-Terrorismus&quot; (ROS) zwei italienische Aktivisten in einer &quot;Operation Shadow&quot; auf einer Br&uuml;cke festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, einen Anschlag mit &quot;Hakenkrallen&quot; auf die Bahnlinie Viterbo &#8211; Ancona geplant zu haben. In der Presse wurden sie als Teil einer &quot;anarcho-insurrektionalistischen Vereinigung&quot; mit N&auml;he zur &quot;Federazione Anarchica Informale&quot; (F.A.I.) bezeichnet. Mindestens gegen 37 andere wird wegen &quot;subversiver Vereinigung mit terroristischer Zweckgebung&quot; ermittelt. Es hat 40 Durchsuchungen gegeben, bei den beiden Verhafteten soll belastendes Material im Auto gefunden worden sein. Gegen sie wird nun wegen &quot;subversiver Assoziation&quot; und &quot;schwerem Eingriff in die Transportsicherheit mit terroristischem Motiv&quot; ermittelt.<br />
2004 gab es &auml;hnliche Sabotageakte auf Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken in Norditalien. Wie bei dem j&uuml;ngsten Anschlag sollen die n&auml;chtlichen Aktivisten laut Polizei einer Bauanleitung aus einem Handbuch &quot;To Each His Own: 1,000 Ways to Sabotage the World&quot; gefolgt sein. <br />
Die Nachricht von der Festnahme fand auch in zahlreichen franz&ouml;sischen Medien Beachtung. Dabei kam heraus, dass es sich keineswegs wie zuvor vermutet um einen Zufallstreffer handelt, sondern die Verd&auml;chtigen seit 16 Monaten &uuml;berwacht wurden nachdem sie angeblich an einer Bahnstrecke gesehen worden waren. <span id="more-130"></span><br />
Vor dem G8-Gipfel in Italien hatte es <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30678/1.html">drei gr&ouml;&szlig;ere Verhaftungswellen</a> gegeben. Wenige Wochen vor den Razzien im anarchistischen Spektrum hatte die politische Polizei Digos sechs Personen festgenommen, die beschuldigt werden die Roten Brigaden erneuern zu wollen. Beide Gruppen, F.A.I. und eine &quot;Brigate Rosse per la Costruzione del Partito Comunista Combattente&quot;, stehen auf der im Juni &uuml;berarbeiteten <a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:151:0045:0050:EN:PDF">Terrorliste der EU</a>. Drei Tage vor dem G8 wurden 21 italienische Aktivisten der Studentenbewegung festgenommen, weil sie einige Wochen zuvor in Turin unter Einsatz von Feuerl&ouml;schern versucht haben sollen, <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30678/1.html">Polizeiketten zu &uuml;berwinden</a>. Der Leiter der Anti-Terror-Brigaden des italienischen Innenministeriums, De Stefano, unterstellt den Verhafteten, Teil eines international agierenden &quot;schwarzen Blocks&quot; zu sein der &quot;Guerrillatechniken studiert&quot;. De Stefano hatte in der Vergangenheit Schl&auml;ge gegen italienische anarchistische Bewegungen geleitet. <br />
Die Polizei lobte sich zu den Verhaftungen und erkl&auml;rte, ein Risiko &auml;hnlicher oder &quot;ernsthafterer&quot;, &quot;nicht vorhersehbarer&quot; Anschl&auml;ge neutralisiert zu haben. <a href="http://ilsecoloxix.ilsole24ore.com/p/politica/2009/07/03/AMspmgiC-eversione_intervento_abbassare.shtml">Gl&uuml;ckw&uuml;nsche von h&ouml;chster Stelle</a> kamen vom europ&auml;ischen EU-Kommissar f&uuml;r Verkehr, Tajani: &quot;Komplimente an die ROS, eine Attacke auf die Sicherheit des Schienentransportes verhindert zu haben. Europa ist auf Italiens Seite bei der Verst&auml;rkung der Sicherheit. Wir m&uuml;ssen die Hochgeschwindigkeitsprojekte verteidigen&quot;. Der rechtskonservative Politiker der Forza Italia folgte hatte 2008 das Amt vom scheidenden Kommissar und gegenw&auml;rtigen Kommissionspr&auml;sident Barrot &uuml;bernommen.</p>
<p>Auch andere Institutionen der EU d&uuml;rften &uuml;ber die Festnahmen erleichtert sein. Mitglieder der F.A.I. werden verd&auml;chtigt, 2003 eine &quot;Paketbombe&quot; an den Pr&auml;sidenten der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1071853,00.html">geschickt zu haben</a>. Weil die EZB ihren Sitz in Frankfurt hat, waren die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe, das Bundeskriminalamt und das hessische Landeskriminalamt <a href="http://www.welt.de/print-welt/article283067/Brief_an_Trichet_enthielt_intakten_Sprengsatz.html">an den Ermittlungen beteiligt</a>. &Auml;hnliche Post wurde an den Leiter des Aufbaustabs und sp&auml;teren Direktor von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Europol">Europol</a>, Storbeck, sowie an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eurojust">Eurojust</a> in Den Haag adressiert. Alle Sendungen waren in Bologna aufgegeben worden. In der gleichen Woche hatte der fr&uuml;here EU-Kommissionspr&auml;sident Prodi eine B&uuml;chersendung erhalten, die nach &Ouml;ffnung Feuer fing. Der damalige deutsche Innenminister Schily <a href="http://www.welt.de/print-welt/article284627/Sicherheitskraefte_rechnen_mit_weiteren_Briefbomben.html">forderte die Einrichtung</a> einer &quot;Gemeinsamen Ermittlungsgruppe&quot;, &Auml;hnlichkeiten mit Paketbomben in Spanien wurden vermutet. Im Juli 2004 hatten italienische Carabinieri mit Einheiten der Digos in einer &quot;Operation Cervant&egrave;s&quot; landesweit 100 Objekte durchsucht und vier Anarchisten wegen Vorbereitung und Durchf&uuml;hrung von Sprengstoffanschl&auml;gen sowie Bildung einer &quot;subversiven Vereinigung mit terroristischen Zielen und Subversion der demokratischen Ordnung&quot; inhaftiert, darunter auch einen der Verd&auml;chtigen des j&uuml;ngsten &quot;Hakenkrallen&quot;-Anschlages bei Viterbo. </p>
<p><em>per email</em></p>
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		<title>Zeugenvorladungen in Berlin wegen Hakenkrallen in Frankreich</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jul 2009 19:40:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tarnac9</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum 16. Juli hatten zwei Berliner Autonome, zum 17. Juli eine Hamburgerin, eine richterliche Zeugenvorladung erhalten. Im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens des Tribunal de Grande Instance de Paris wurden sie aufgefordert, in einem französischen Ermittlungsverfahren gegen neun GenossInnen (Tarnac 9) als ZeugInnen auszusagen. Im November 2008 wurden neun Personen in Frankreich nach Sabotageaktionen am Schienennetz anlässlich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a id="res_133795" href="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/1436e.jpg"><img src="http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/previews-med/1436e.jpg" border="0" alt="" hspace="5" vspace="5" align="right" /></a>Zum 16. Juli hatten zwei Berliner Autonome, zum 17. Juli eine Hamburgerin, eine richterliche Zeugenvorladung erhalten. Im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens des Tribunal de Grande Instance de Paris wurden sie aufgefordert, in einem französischen Ermittlungsverfahren gegen neun GenossInnen (<a href="http://tarnac9.noblogs.org/" target="_blank">Tarnac 9</a>) als ZeugInnen auszusagen. Im November 2008 wurden neun Personen in Frankreich nach Sabotageaktionen am Schienennetz anlässlich eines Castortransports und der Streiks im Bahngewerbe aufgrund des französischen Anti-Terror-Paragrafen verhaftet.<br />
Anlässlich der Zeugenvorladungen in Deutschland wurde an diesen Tagen in <a href="http://tarnac9.noblogs.org/post/2009/07/06/b-zeugenvorladungen-wegen-hakenkrallen" target="_blank">Berlin</a> und <a href="http://de.indymedia.org/2009/07/255811.shtml" target="_blank">Hamburg</a> zu Kundgebungen mobilisiert. <span id="more-129"></span><br />
Für die Vorgeladenen war klar, dass sie keine Aussagen machen werden. Gegen sie wurde bereits nach §129a wegen Hakenkrallenanschlägen in der BRD ermittelt. Die erste Berliner Zeugin folgte ihrer Ladung zum 16. Juli, 9 Uhr, erst gar nicht und blieb dem Gericht am Tempelhofer Damm fern. Um 11 Uhr begann in Berlin die Kundgebung auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor, etwa 50 Meter von der französischen Botschaft entfernt. Redebeiträge und Grußworte informierten über das Verfahren in Frankreich und wandten sich gegen die herrschende Atom- und Energiepolitik.<br />
Plötzlich tauchte vor der französischen Botschaft ein hüpfender, menschengroßer, gelber Affe auf, ein Uran-Utan, mit einem Schild gegen Atomtransporte auf dem Rücken. Er gesellte sich dann zur Kundgebung und ergriff mit einer weiblich wirkenden Stimme das Wort. Nach einer guten Viertelstunde wurde der Affe, als er die Kundgebung wieder verlassen wollte, festgenommen. Darunter versteckte sich &#8211; der geneigte Leser ahnt es &#8211; die Zeugin. Sie wurde nach Tempelhof gebracht und dort zunächst mehrere Stunden inhaftiert. Auf den gleichen Weg machten sich auch die Kundgebungsteilnehmer, denn dort sollten auch die Zeugenvernehmungen stattfinden.<br />
Nachdem der andere Zeuge die Antwort auf sämtliche Fragen der Richtern nach <a href="http://dejure.org/gesetze/StPO/55.html" target="_blank">§55 StPO</a> verweigerte und gegen 16 Uhr ohne Sanktionen entlassen wurde, ist die auf der Kundgebung festgenommene vorgeführt worden.<br />
Die beiden deutschen und die vier aus Frankreich angereisten Richtern staunten nicht schlecht, als die geladene Zeugin im gelben Affenkostüm den Raum betrat. Sie hatte darunter nur Unterwäsche an und den Beamten war eine gelb-wuschelige Zeugin lieber als eine nahezu nackte. In dieser Aufmachung stand bzw. saß sie dann zwei Stunden vor den sich wundernden Richtern und verweigerte die Aussage.<br />
Eine wunderschöne Geschichte einer gelungenen Aktion, die beispielgebend verdeutlicht, dass man nicht freiwillig zu richterlichen Zeugenvorladungen gehen muss und auf das staatliche Affentheater immer auch eine angemessene Antwort finden kann.<br />
<em></em></p>
<p><em>Einen weiteren Bericht gibt es beim <a href="http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/160709aussage_verweigert.html" target="_blank">Umbruch-Bildarchiv</a>.</em> <em>Die Redebeiträge finden sich als Ergänzung bei <a href="http://de.indymedia.org/2009/07/256301.shtml" target="_blank">Indymedia</a>.</em> <em>In <a href="http://de.indymedia.org/2009/07/256374.shtml" target="_blank">Hamburg</a> wurde zum Missfallen der französischen Richter die Aussageverweigerung nach §55 StPO gleich akzeptiert und die Vernehmung zügig beendet.</em><br />
<em></em></p>
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