Yldune Lévy: Zwei oder drei Dinge, die ich euch sagen wollte

24 Jun, 2009

Da ist ein Mann in einem Büro, wie so viele andere Männer in so vielen anderen Büros, denen er ähnelt, ohne irgend jemandem zu ähneln. Dieser hier verfügt über eine besondere Macht, sicherlich aus dem Grund, dass sein Büro im letzten Stock irgendeines Turms eines Justizpalasts liegt.

Angeblich ermittelt er. Gegen wen? Worüber? Er ermittelt. Er inhaftiert. Er verhört. Er erlässt Verordnungen, blasse Verordnungen, in denen einige Gesetzparagraphen, eine Hand voll vereinbarte Formulierungen und vage Überlegungen zu undurchschaubaren richterlichen Aufsichtsmaßnahmen führen. Benjamin, sicherlich zu beliebt als Lebensmittelhändler in Tarnac, wird bei seiner Mutter in der Normandie, wo er nie gewohnt hat, unter Hausarrest gestellt, mit 30. Manon und ich, die in Fleury [Frauengefängnis im Pariser Vorort, NdÜ] alles miteinander geteilt haben, dürfen uns, jetzt da wir "frei" sind, nicht mehr sehen. Julien darf sich in den Pariser Vorstädten bewegen, aber Paris nicht durchqueren, sicherlich für den Fall, dass ihm in den Sinn käme, das Rathaus zu stürmen.  (weiter)

Communiqué.

23 Jun, 2009

Heute, einen Tag nach der offiziellen Bekanntmachung der „Anti-Masken Verordnung“, haben sich mehrere Hundert Unsichtbare am „Brunnen der Unschuldigen“ in Paris versammelt. Eine Prozession voller diverser Masken hat sich unter dem Rhythmus von Trommeln auf den Weg Richtung Bastille gemacht.

Auf ihrem Weg ist sie am Sitz des Gefängniswesens vorbeigelaufen. Als Antwort auf die Provokation, die das riesige Spruchband „Tour-de-France des Gefängniswesens“ und schon allein die Existenz dieser Gebäude darstellen, und dass sie dazu schon so früh von den CRS blockiert und von einem Hubschrauber überwacht wurden, entschieden sich die Demonstranten die Fassade der Gebäude mit ein paar eindeutigen Spuren zu markieren: zerbrochene Fenster, Mörserschüsse, Rauchbomben, etc.  (weiter)

Solidaritätserklärung gegen die Inhaftierung von Dr. Miguel Ángel Beltrán Villegas in Kolumbien

9 Jun, 2009

Dr. Miguel Ángel Beltrán Villegas, Soziologe an der UNAM in Mexiko wurde am 22. Mai mit dem Vorwurf der Mitgliedschaft in der kolumbianischen Guerilla FARC nach Kolumbien abgeschoben und dort inhaftiert. Die wenigen Informationen, die in Deutschland zu diesem Fall bekannt geworden sind, zeigen eine weitere skandalöse Kriminalisierung von kritischen Wissenschaftler/innen im Namen des angeblichen "Kampfes gegen den Terrorismus".  (weiter)

Der letzte Unsichtbare ist frei

7 Jun, 2009

Als angeblich linker »Terrorist« verbrachte Julien Coupat sieben Monate in einem Pariser Gefängnis in Untersuchungshaft. Durch extrem konstruierte Zusammenhänge wollte die Justiz seine Beteiligung an terroristischen »Sabotageaktionen« beweisen. Vergangene Woche wurde er freigelassen.

von Bernhard Schmid

»Was sich zeigt, unter den äußeren Erscheinungsformen einer ›Wirtschaftskrise‹, einer ›Erschüt­terung des Vertrauens‹, einer ›massiven Ablehnung der Regierenden‹, ist sehr wohl das Ende einer Zivilisation, der Zusammenbruch eines Paradigmas (…) Es gibt auf allen Ebenen der Gegenwart einen gigantischen Kontroll- und Herrschaftsverlust, dem kein polizeiliches Schamanentum wird abhelfen können.« (weiter)

Lucas freigelassen

5 Jun, 2009

Lucas, der infolge der Explosion in Chambéry/Cognin verhaftet wurde, ist wieder draussen. Er wurde nach zwei Wochen U-Haft entlassen und hat die Auflagen bei seinen Eltern zu wohnen, zu arbeiten, keinen Kontakt zu den anderen Personen aus dem Fall aufzunehmen und sich jede Woche bei der Polizei zu melden.
Rafou ist weiter in Haft und Mike, der bei der Explosion schwer verletzt wurde, ist inzwischen im Haftkrankenhaus Lyon.
Französische Sicherheitsbehörden stricken weiter an ihrem Kontaktschuldkonstrukt, von dem vor allem Squats in der Region betroffen sind.  (weiter)

Wir sind alle Moniereisen

4 Jun, 2009

Statement des Unterstützungskomitees Limoges zum 11. Mai 2009

„Wir sind alle Moniereisen“ steht hier oben auf dem Transparent. Denn darum geht es. Und um diese ununterstützbare Parole: Der Zug der alltäglichen Routine darf nicht zum Entgleisen gebracht werden. Geht weiter, hier gibt es nichts zu sehen! Und ob! Es gibt durchaus was zu sehen. Zunächst gibt es da neuen Leute, die seit vergangenem November einem Staat ausgeliefert sind, der sich selbst an Machtlosigkeit und Unfähigkeit übertrifft. Aus dieser Perspektive ist die Repression und ihre Anklagen nichts als eine Farce, eine schlechte Farce, eine tragische Farce (weiter)

Berlin: Wagen brennt auf Gelände eines Autohauses

4 Jun, 2009

Die "Berliner Morgenpost" berichtet: "Aus noch ungeklärter Ursache ist am Dienstagmorgen (2. Juni) gegen 5.20 Uhr auf dem Gelände eines Autohauses an der Germaniastraße in Tempelhof ein Renault in Brand geraten. Ein Unbekannter alarmierte die Feuerwehr, die den Brand löschte."

Anscheinend bezieht sich ein Flugblatt auf die Tat, das heute Morgen in verschiedene S-Bahnzüge geworfen wurde. Die unbekannten Verfasser_innen schreiben darin unter anderem:  (weiter)

ANTITERRORISMUS-PARANOÏA IN CHAMBERY-COGNIN - Zweite Verhaftung.

2 Jun, 2009

Lucas1  wurde nach Fresnes [eines der drei Hauptgefängnisse von Paris und eines der wichtigsten in ganz Frankreich, d.Übers.] gebracht

Am Freitag den 8. Mai ist Rafou für unbestimmte Zeit in Untersuchungshaft genommen worden und zwar am Ende der 96 Stunden GAV [Garde-à-Vue = Gewahrsam] und nach einer wahren Parodie von Vorführungen vor dem Richter: noch vor seinem Eintreten ist sein Los entschieden und besiegelt gewesen. Kaum wurde das Plädoyer seines Anwaltes gehört, sicher ist, dass weder er noch die Zeugen für sein Alibi angehört wurden.

Beim Verlassen des Saales hat der Richter erklärt, dass es nicht nötig sei, sich bis zum Ergebnis des Urteils zu gedulden, er hat Rafou direkt in Haft nehmen lassen.Aber die Verhaftung eines Genossen hat den reißenden Appetit der allmächtigen antiterroristischen Anordnung nicht gesättigt, auch nicht den seiner Diener: am Montag den 11. Mai morgens, sind Lucas und ein Freund direkt, nachdem sie mit dem Zug am Bahnhof von Chambéry ankamen, in ein Anwaltsbüro gegangen, das 150 Meter davon entfernt liegt. Zehn Minuten später, nachdem sie es verlassen hatten, erhält der Anwalt einen Anruf vom verantwortlichen Bullen der SDAT [Anti-Terrorismus-Abteilung der Polizei] in Paris, um ihn zu fragen, ob er deren Identität bestätige. Wer könnte glauben, dass man uns verfolgt und überwacht? Sicherlich ein Zufall...  (weiter)

Willkürlicher Antiterrorismus in Chambéry: Rafou wurde verhaftet

2 Jun, 2009

Kollektiv zur Unterstützung der Beschuldigten von Chambéry

Mittwoch, 13. Mai 2009

Am 30. April haben die BewohnerInnen von "Les Pilos" einen Brief mit einer Vorladung vom Bürgermeisteramt der Stadt Chambéry (eine "linke" Stadt und das ganze tralala...) erhalten. Am Rande davon haben sich in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai die Begebenheiten von Cognin abgespielt, von denen wir vor Freitag, dem 1. Mai abends auch noch keine Kenntnisse gehabt hatten.

Die Vorkommnisse in Cognin haben zu Ermittlungen geführt, zu einer Untersuchung die der SDAT (Antiterrorismus-Abteilung) von Paris anvertraut worden ist und dazu, dass Rafou im Rahmen dieses ganzen Wahns 96 Stunden in "GAV, Garde à vue" [Untersuchungs-Gewahrsam] genommen wurde.  (weiter)

Unsere Sicht auf die (Haus-)Durchsuchungen in Chambéry und Unterstützungsaufruf

2 Jun, 2009

Dienstag, 12. Mai 2009

Die BewohnerInnen von "Les Pilos" in Chambéry

Angesichts dessen, dass es jede Menge Reaktionen gab auf das, was diese Woche in Chambéry passiert ist und dass die einzigen verfügbaren Quellen die institutionellen Medien sind ("Le Dauphiné Liberé, wo man Anrecht auf zwei 'hübsche' erste Seiten hatte, 'La Vie Nouvelle' etc....), haben wir uns gesagt, dass es informativer wäre, Euch unsere Version, die der BewohnerInnen von "Les Pilos" zu geben.

Wir werden nicht auf die Explosion zurückkommen, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag [30. April auf 1. Mai 2009] in Cognin stattgefunden hat, in einer alten stillgelegten Stoff-Fabrik, wo eine Genossin ihr Leben gelassen hat und ein Freund an Armen und im Gesicht schwer verletzt worden ist. Er wurde ins Krankenhaus von Lyon in eine Station für schwere Brandverletzungen gebracht, unter polizeilicher Eskorte, aber sein Zustand hat es noch nicht erlaubt, ihn zu verhören.  (weiter)

Soli-Komittee Marseille für die Beschuldigten von Tarnac wehrt sich gegen die Verhaftungen am Morgengrauen des 18. Mai in Rouen und Forcalquier

2 Jun, 2009

Diese Verhaftungen betreffen alle Personen, die gegen die mediale Vergiftung rund um die Affaire von Tarnac und die Sabotage an den SNCF-Oberleitungen demonstrieren. Die Betroffenen aus Forcalquier kamen, um am vergangenen 8. Mai, an einem Aktionstag zur Solidarität und Denunziation der polizeilichen Konstrukte des Anti-Terrorismus teilzunehmen - der Tag stand unter dem Motto: «Sabotons l'antiterrorisme» [Sabotieren wir den Anti-Terrorismus!].

Das Soli-Komittee Marseille wehrt sich gegen die polizeilichen Anti-Terrormaßnahmen, die dazu da sind, einer bisher leeren Akte neue Nahrung zu geben und dadurch zu rechtfertigen, warum Julien Coupat weiterhin in Haft ist, seit bereits mehr als sechs Monaten.  (weiter)

FRANKREICH: Explosion und 1 Tote in Chambéry, mehr Repression, Anti-Terrorismusermittlungen und Widerstand

2 Jun, 2009

Eine tote Genossin, ein Schwerverletzter nach einer Explosion, sowie weiter massive Repression in Form von Hausdurchsuchungen und neue Verhaftungen in Frankreich - Solidarität mit den Betroffenen!

Stand vom 22. Mai 2009

Im französischen Cognin (Savoie) ist es in der Nacht auf den 1. Mai 2009 zu einer schweren Explosion in einer stillgelegten und leerstehenden Fabrikhalle gekommen. Zoe, eine 23-Jährige aus der Ardèche kam dabei ums Leben, der 25-jährige Schweizer Mike wurde schwer verletzt und in ein Krankenhaus in Lyon eingeliefert. Inzwischen scheint er außer Lebensgefahr zu sein, wird aber schwerste Verletzungen davon tragen. Er lebte in einem Bauwagen, Zoe soll in verschiedenen besetzten Häusern gewohnt haben und die Medien behaupten, sie sei polizeibekannt gewesen, als Hausbesetzerin (vor allem auch auf dem Land, wo es um lange Zeit leerstehende Berghütten gegangen sein soll) und Aktivistin auf linken Demos, z.B. gegen die Räumung des Ungdomshuset/Kopenhagen.  (weiter)

Übersetzung des Demo-Aufrufs 23. Mai in Lille

1 Jun, 2009

Aufruf für eine landesweite Demo gegen Staatsrepression am 23. Mai in Lille

Weil wir genug haben, genug von dieser reaktionären Gesellschaft, wo jedes kleine Etwas zum Gegenstand eines neuen ultra-repressiven Gesetzes wird, wo jedes Individuum, das gegen diese konservative und ultra-liberale Regierung ist, einE potentieller VerdächtigeR wird, wo das Sich-Einsetzen und Menschlich-Sein gegenüber anderen ein Verbrechen ist.

Wenn ein Staat mit Hilfe seiner Repressionskräfte in einem Jahr 600 000 Personen in Gewahrsam nimmt, was 1 % seiner Bevölkerung ist, oder wenn er diejenigen des «Delikts der Solidarität» beschuldigt, die Illegalisierten helfen, dann bekommt dieser Staat gefährlicherweise eine faschistische Attitüde.  (weiter)

UNTERSTÜTZUNGSAUFRUF

30 Mai, 2009

Kollektiv zur Unterstützung der Beschuldigten von Chambéry

14. Mai 2009

Treffen des Unterstützungskomittees für die Beschuldigten von Chambéry und darüber hinaus

Sonntag, 17. Mai um 16:30 h im selbstverwalteten Zentrum Pilos (Infoladen), rue des bernardines 132

Das Komittee hat zum Ziel, die größtmögliche Unterstützung für die Beschuldigten im Zuge der Cognin-Affäre zu organisieren, sowie für deren Umfeld. Es geht darum, die Isolation aufzubrechen und ein Maximum an Kommunikation mit den Verhafteten herzustellen. Es geht darum, Neuigkeiten zwischen den ihnen Nahestehenden und denen, die sich betroffen fühlen, auszutauschen.  (weiter)

Julien Coupat aus dem Gefängnis entlassen

29 Mai, 2009

Julien Coupat, präsentiert als Anführer einer Gruppe, die im Verdacht steht , Ende 2008 Eisenbahnlinien der TGV sabotiert zu haben, hat laut einer nahestehenden Pressequelle am späten Nachmittag des 28. Mai das Gefängnis de la Santé in Paris verlassen, wo er seit mehr als sechs Monaten festgehalten wurde. Ein blauer Peugeot Kombi mit einer Frau am Steuer fuhr in das Gelände der Haftanstalt und verließ es wieder durch einen Ausgang auf der Rückseite mit Julien Coupat im Inneren verborgen, wie außerdem ein Journalist der AFP bestätigte. Um davon abzulenken, hielten kurz danach etwa zehn Befürworter Julien Coupat´s über die Dauer von etwa zwanzig Minuten vor dem Haupteingang Regenschirme geöffnet.  (weiter)

Einen Blumenstrauß für Michèle Alliot-Marie

29 Mai, 2009

28. Mai 18h

Nein, wir sind nicht erleichtert. Nein, die Freilassung von Julien ist kein „Sieg“. Es ist bestenfalls eine Schmach für all diese Unverschämten, die uns angegriffen haben. Für uns ist das nur eine Etappe. In Richtung hin zur Unverschämtheit, für alles und für alle. Wir werden keinen Blumenstrauß an die Staatsanwaltschaft schicken. Ihre Belästigung wird weitergehen, gegen uns, unsere Freunde, gegen andere. Die gerichtlichen Kontrollen, die verbotenen Freundschaften, die Überwachungen, der Polizeigewahrsam über 96 Stunden. Was durch diese Affäre an den Tag gekommen ist, ist die Entschlossenheit, die pathetische Entschlossenheit einer senilen Ordnung, die zu allem bereit ist, um alles dem Erdboden gleich zu machen, was ihr widersteht und schon damit rechnet, sie zu überleben.  (weiter)

Freilassung von Julien. Alles geht weiter.

29 Mai, 2009

27. Mai 23h

Die Journalisten kündigen die Freilassung von Julien Coupat an. Im Nu, durch die Milde der Staatsanwaltschaft, die sich dem nicht entgegengestellt hat, dieses Mal. Die verkündet, dass die Haft nicht mehr gerechtfertigt sei. Fiktion eines vernünftigen, gerechten, maßvollen Antiterrorismus. In den Pressenachrichten wird daran erinnert, dass bald Julien´s Geburtstag ist. Als handelte es sich um ein Geschenk. Also soll man erfreut sein, die Champagnerkorken knallen lassen, „Sieg!“ schreien.  (weiter)

Julien Coupat: „Die Verlängerung meiner Haft ist eine kleine Rache“

28 Mai, 2009

Le monde 25.5.2009

Hier die Antworten auf Fragen, die wir Julien Coupat schriftlich gestellt haben. Gegen ihn wurde am 15. November 2008 ein Verfahren wegen „Terrorismus“ eingeleitet, zugleich mit acht anderen Personen, die in Tarnac (Corrèze) und Paris vorübergehend festgenommen wurden. Er wird verdächtigt, die Oberleitungen der SNCF sabotiert zu haben. Er ist der letzte, der immer noch inhaftiert ist. (Er hat darum gebeten, bestimmte Worte kursiv zu setzen).

Wie erleben Sie Ihre Haft?

Sehr gut, danke. Liegestützen, Laufsport, Lesen.

Können Sie uns noch einmal zur Erinnerung die Umstände Ihrer Festnahme schildern?

Eine Bande von jungen Männern, vermummt und bis an die Zähne bewaffnet, ist durch einen Einbruch bei uns eingedrungen. Sie haben uns mit Waffen bedroht, uns Handschellen angelegt, uns abgeführt, nicht ohne vorher alles kurz und klein geschlagen zu haben. Sie haben uns mit mächtigen Rennwagen abgeholt, die mit mehr als 170 Stundenkilometern im Schnitt die Autobahnen entlang rasten. In ihren Gesprächen tauchte immer wieder ein gewisser M. Marion auf, (früherer Chef der antiterroristischen Polizei) dessen männliche Heldentaten sie sehr amüsierten, wie jene, die darin bestand, in der guten Laune einen seiner Kollegen zu ohrfeigen, schön mitten in einem Umtrunk anlässlich seines Ausscheidens. Sie haben uns vier Tage lang eingesperrt in einem ihrer „Volksgefängnisse“ und nervten uns mit Fragen, in denen das Absurde mit dem Obszönen wetteiferte.

Derjenige, der der Kopf der Aktion zu sein schien, entschuldigte sich vage für den ganzen Zirkus, und erklärte, dies sei die Schuld der Behörden da oben, wo sich allerlei Leute tummelten, die es auf uns abgesehen hatten. Heute sind meine Entführer immer noch auf freiem Fuß. Bestimmte verschiedene neue Fakten bestätigten sogar, dass sie weiterhin ganz ungestraft ihr Unwesen treiben.

Zu den Sabotagen an den Oberleitungen der SNCF in Frankreich hat man sich in Deutschland bekannt. Was sagen Sie dazu?

Download: http://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/Julien_Coupat_in_Le_monde.pdf

ABC Berlin: Neue Antiterrorermittlungen in Frankreich – Tod einer Genossin, ein weiterer schwer verletzt

22 Mai, 2009

Diesen Beitrag haben wir um den 15. Mai herum geschrieben. Jeden Tag erscheinen neue Artikel in der bürgerlichen Presse und die Geschichte entrollt sich Stück für Stück. Wir werden dieses Ereignis weiterverfolgen, deshalb könnt ihr auf unsere Website schauen, sobald es Updates gibt, werden sie dort bekannt gemacht. Für diejenigen, die französisch sprechen und aufgrund ihres nicht eingesperrt seiens einen Zugang zum Internet haben, empfehlen wir die immer lesenswerte anarchistische Website der Zeitung “Cette Semaine”, cettesemaine.free.fr.

ABC Berlin  (weiter)

Die Festnahme von Tessa (vom Unterstützungskomitee Paris)

20 Mai, 2009

Am Dienstag, den 5. Mai um 14 Uhr wurde Tessa, eine Genossin, die sehr aktiv ist in einem Unterstützungskomitee, in Paris auf offener Strasse festgenommen. Die Polizei kettete sie am Lenkrad ihres Autos fest und vertrieb die Person, die sie begleitete. Dann fuhren sie mit unserer Genossin davon. Sie wurde zum Büro der SDAT [1] gebracht und dort unter dem Anti-Terrorismus Regime festgehalten (96 Stunden Haft, AnwältIn nach 72 Stunden).  (weiter)

Eine Ordnung zu stürzen

20 Mai, 2009

Kollektives Statement der Delegierten von 30 Unterstützungskomitees vom März 2009, Limoges

Der Versuch ist gescheitert. Wir haben keine Angst vor »anarcho-autonomen« TerroristInnen, die internationale Netzwerke knüpfen. Diese Invasion – so brutal und grob – der politischen Polizei bringt uns dazu unsere Bitterkeit in Worte zu kleiden, um unsere Isolation zu verlassen.

Am Tag nach den Verhaftungen sprossen die Unterstützungskomitees wie die Krokusse aus dem Tau. Die Ansteckung verbreitete sich ohne Absprachen oder Machtwort: Konzerte, Debatten, Treffen, abendliche Events... Überall brachte die Unterstützung dutzende, hunderte Leute zusammen. (weiter)

Hausdurchsuchungen in Frankreich

15 Mai, 2009

Im französischen Cognin ist es in der Nacht auf den ersten Mai zu einer schweren Explosion in einer leerstehenden Fabrikhalle gekommen. Eine Person starb, eine weitere wurde schwer verletzt. Die Ursachen sind noch unklar, doch im Laufe der letzten Tage gab es Festnahmen und Razzien in Chambéry in verschiedenen Häusern.

Autonome als Sündenböcke ?

Nach dem tragischen Vorfall erschienen in der Presse Artikel über die Jugendlichen in der Nachbarschaft. Man vermutete auch einen Zusammenhang mit der ansässigen „anarcho-autonomen/libertären Bewegung“. Am 4. Mai durchsuchten dann um 16 Uhr ca. 130 PolizistInnen das besetzte Haus „Les Pilots“ und nehmen 11 Menschen in Gewahrsam. Eine Person wird nach 96 Stunden Gewahrsam in das Pariser Gefängnis „Prison de la Santé“ gebracht.  (weiter)

Broschüre "ÜbeltäterInnen dieser Welt: Vereinigt euch!"

8 Mai, 2009

Hallo liebe_r Leser_in

Du hältst hier eine Zusammenstellung von Texten in den Händen in denen es um die aktuellen Terrorismusverfahren in Frankreich geht. Zum einen Handelt es sich dabei um das Konstrukt der sog. "MAAF" der "mouvance anarcho autonome francilien" der insgesamt sechs Menschen angehören sollen. Bei dieser vermeintlich terroristischen Vereinigung handelt es sich um mehrere erst voneinander getrennte Ermittlungsverfahren, die im Januar ’08 begonnen haben und im April zu einem Verfahren zusammengelegt wurden.

Download unter http://media.de.indymedia.org/media/2009/05//249814.pdf (5.5MB)

im Frühtau

7 Mai, 2009

Weil wir es satt haben

  • dass die Gewählten Verantwortung für das Klima heucheln, damit aber die fortgesetzte Lizenz zum Gelddrucken - nämlich den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken - meinen,
  • dass Verantwortliche in Industrie und Verwaltung das Wort Sicherheit des Atommülls in den Mund nehmen, obwohl die lebensbedrohliche Atomindustrie eine unermessliche Gefahr für die kommenden Generationen darstellt,
  • dass behauptet wird, ein Endlager Gorleben brächte tausende Jahre sichere Aufbewahrung von Atommüll, obwohl das Versuchsendlager Asse schon nach 40 Jahren einsturzgefährdet ist und der dort lagernde Atommüll das Grundwasser der Region zu verseuchen droht;
  • dass der deutsche Staat innerhalb weniger Tage 500 Milliarden an Bürgschaften zur Rettung des Kapitalismus bereitstellt, während nicht mal ein Rettungspaket gegen den 'akuten' Welthunger finanziert wird;
  • dass Gesetze des Marktes und nationalstaatliche Interessen bestimmen wo Armut herrscht, wo Überfluss; wo gestorben wird und wo gelebt; wo geschlemmt und wo gehungert wird.
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Was war?

7 Mai, 2009

8.11.2008
Brandanschläge in der BRD

Nahezu zeitgleich innerhalb einer Stunde verüben Unbekannte mindestens neun Brandanschläge auf Signalanlagen der Bahn AG. Mit Brandstiftungen unter Einsatz von Brandbeschleunigern werden auf der Rheintalstrecke im Bereich Karlsruhe, im Bereich Hamm, Wiesbaden, Hamburg-Rheinbeck und im Großraum Berlin Kabel von Signal-, Funk- und Telefonanlagen der Bahn AG zum Teil erheblich beschädigt.
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