Ihr hättet uns nicht in den gleichen Knast sperren sollen!

12 Jan, 2010

Analyse eines Genossen aus Villiers-le-Bel, der im gleichen Knast eingesperrt wurde wie ein Genosse im „Tarnac-Fall“.

Fallait pas nous mettre dans la même prison!

„Villiers-le-Bel“ und „Tarnac“ – zwei Namen die für juristische, politische und mediale Offensiven des französischen Staates stehen. Sie dienen zur Untermauerung der Idee „Gefahr im Inneren“, sowie zum Präsentieren der Lösung eines einzig fähigen Staates zum „Schutz“ der „Bevölkerung“ – die soviel gar nicht verlangte – vor den „bandes de cité“ (Vorstadtbanden) und den so genannten „anarcho-autonomes“.

Für diese beiden Ereignisse wurden zahlreiche Polizeikräfte und diverse wissenschaftliche Mittel der Polizei, wie Fichierung und Überwachung, sowie neue Aufstandsbekämpfungstechniken verwendet. Nach dem Kennenlernen einiger Betroffener dieser juristischen Vorstellung, wollen wir hier versuchen der Art dieser Einsätze näher zu kommen und Mittel erörtern, um ihnen entgegen zu treten.  (weiter)

Why We Will No Longer Respect the Judicial Restraints Placed Upon Us

20 Dez, 2009

Translation of statement that appeared in “Le Monde,” 3 December 2009.

The arrest of Christophe on 27 November [2009] marks a [new] stage in the mad governmental fit that one has modestly called “the Tarnac Affair.” His arrest situates the point at which this procedure only proceeds so as to save itself: they have indicted one more person in the sole hope of maintaining the others.

As part of the “first circle,” Christophe belongs to the small group of people with whom we discuss our defense. The judicial controls that would like, from now on, to prevent him from seeing us is one aberration too many. It is also a conscious attempt to disorganize the defense. At this point, when all notions of what is lawful are twisted, who could still demand that we continue to respect these judicial controls and this demented procedure? Absurd. There is no need to see yourself as above the law to ascertain that the law is beneath everyone. Besides, a society that maintains itself by means that are so obviously criminal has no business bringing charges against anyone.

Freedom under judicial control is the name for a sort of mystical experience that anyone can have.  (weiter)

Die Beschuldigten von Chambéry: Mike ist aus dem Haftkrankenhaus entlassen worden und unter Auflagen in Freiheit!

9 Aug, 2009

Vor einigen Wochen konnte man in allen [französischen] Medien von der "tödlichen Explosion in der Nähe von Chambéry" lesen und hören. In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ist in Cognin (in den Savoyen) ein selbstgemachter Sprengsatz in einer stillgelegten Fabrik zufällig hochgegangen.

Es handelte sich um einen leeren Feuerlöscher, der als Behälter für eine Mischung aus Soda-Chloraten (industrielles Unkrautvernichtungsmittel) und Zucker diente, eine Mischung, wofür sich das Rezept leicht im Internet finden lässt. Jedes Jahr gibt es mehrere Dutzend solcher zufälliger Explosionen bei zukünftigen Chemikern in ganz Frankreich. Ein Vorfall diesen Typs ist kürzlich in einem Studierendenwohnheim im 7. Arrondissement in Lyon passiert (weiter)

Bericht SDAT November 2008

9 Aug, 2009

Wir dokumentieren an dieser Stelle den "Bericht der Unterabteilung 'Antiterrorismus' der Generalabteilung der Kriminalpolizei [SDAT] für den Staatsanwalt / Generalanwalt von Paris" von November 2008. 1000 Dank den ÜbersetzerInnen.

Die französische Version gelangte über einen Journalisten an die Öffentlichkeit. Die Bullen stellen in diesem Text die "Fakten" aus ihrer Sicht dar. Behaltet dies also beim Lesen im Hinterkopf und nehmt nicht alles für bare Münze!  (weiter)

Hakenkrallen "Made in Germany"?

30 Jul, 2009

Matthias Monroy 

Wie in Deutschland wurden auch in Frankreich Oberleitungen von Bahnlinien mit "Hakenkrallen" präpariert. Ermittelt wird wegen Terrorismus

In den frühen Morgenstunden des 11. November letzten Jahres hatten Spezialeinheiten der französischen Polizei landesweit mehrere Objekte durchsucht und neun Personen festgenommen. Den Betroffenen dieser "Operation Taiga" wird vorgeworfen, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung zu sein. Einige von ihnen sollen wenige Tage zuvor mit sogenannten "Hakenkrallen" an Oberleitungen von Bahnlinien versucht haben, Züge zum Halten zu zwingen.

Im Dörfchen Tarnac im Südwesten Frankreichs, wo die Verhafteten zusammenleben, hatte die maskierte Polizei Fotografen und ein Fernsehteam zur Razzia mitgebracht. Die Reporter präsentierten den geneigten Zuschauern die vermeintlichen Verantwortlichen für stundenlange Zugverspätungen der Hochgeschwindigkeitszüge TGV im Frühstücksfernsehen. Trotz fehlender Beweise und bestenfalls dürftigen Indizien dauerte es beinahe sieben Monate, bis mit Julien Coupat der letzte der Beschuldigten vorläufig aus der Haft entlassen wurde.  (weiter)

Zu den Festnahmen wegen "Hakenkrallen" in Italien

28 Jul, 2009

Am 3. Juni, fünf Tage vor Beginn des G8-Gipfels, hatten Carabinieri der "Sektion Anti-Terrorismus" (ROS) zwei italienische Aktivisten in einer "Operation Shadow" auf einer Brücke festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, einen Anschlag mit "Hakenkrallen" auf die Bahnlinie Viterbo - Ancona geplant zu haben. In der Presse wurden sie als Teil einer "anarcho-insurrektionalistischen Vereinigung" mit Nähe zur "Federazione Anarchica Informale" (F.A.I.) bezeichnet. Mindestens gegen 37 andere wird wegen "subversiver Vereinigung mit terroristischer Zweckgebung" ermittelt. Es hat 40 Durchsuchungen gegeben, bei den beiden Verhafteten soll belastendes Material im Auto gefunden worden sein. Gegen sie wird nun wegen "subversiver Assoziation" und "schwerem Eingriff in die Transportsicherheit mit terroristischem Motiv" ermittelt.
2004 gab es ähnliche Sabotageakte auf Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken in Norditalien. Wie bei dem jüngsten Anschlag sollen die nächtlichen Aktivisten laut Polizei einer Bauanleitung aus einem Handbuch "To Each His Own: 1,000 Ways to Sabotage the World" gefolgt sein.
Die Nachricht von der Festnahme fand auch in zahlreichen französischen Medien Beachtung. Dabei kam heraus, dass es sich keineswegs wie zuvor vermutet um einen Zufallstreffer handelt, sondern die Verdächtigen seit 16 Monaten überwacht wurden nachdem sie angeblich an einer Bahnstrecke gesehen worden waren.  (weiter)

Zeugenvorladungen in Berlin wegen Hakenkrallen in Frankreich

18 Jul, 2009

Zum 16. Juli hatten zwei Berliner Autonome, zum 17. Juli eine Hamburgerin, eine richterliche Zeugenvorladung erhalten. Im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens des Tribunal de Grande Instance de Paris wurden sie aufgefordert, in einem französischen Ermittlungsverfahren gegen neun GenossInnen (Tarnac 9) als ZeugInnen auszusagen. Im November 2008 wurden neun Personen in Frankreich nach Sabotageaktionen am Schienennetz anlässlich eines Castortransports und der Streiks im Bahngewerbe aufgrund des französischen Anti-Terror-Paragrafen verhaftet.

Anlässlich der Zeugenvorladungen in Deutschland wurde an diesen Tagen in Berlin und Hamburg zu Kundgebungen mobilisiert.  (weiter)

Tarnac9: Zeug_innenvorladung in Hamburg

17 Jul, 2009

Auch in Hamburg gab es heute eine Zeug_innenvorladung zum Terrorismusverfahren "Tarnac9".

Ca. 70 Menschen zeigten ihre Solidarität vor dem Amtsgericht mit der Zeugin, die von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch machte.  (weiter)

Tarnac Verfahren - Aussage verweigert

17 Jul, 2009

Zwei Autonome waren heute in Berlin als Zeuge in Ermittlungsverfahren in Frankreich geladen. Anlaß waren Hakenkrallenanschläge anläßlich des Castors-Transports im Herbst letzten Jahres.

Schon im Vorfeld hatten sie angekündigt, die Aussage zu verweigern und riefen für heute zu einer Protestkundgebung vor der französischen Botschaft auf.  (weiter)

[b] fortsetzungsroman hakenkralle

10 Jul, 2009

Heute: Das LKA durchsucht die Wohnung einer Zeugin und durchsucht sie doch nicht

Was bisher geschah: November 2008 | Castorsaison | abrupte Zugstillstände in Frankreich und Deutschland | spektakuläre Festnahmen unter Terrorverdacht in Frankreich | exorbitantes Medienhalligalli | PolitikerInnen versuchen die Gefährdung ihrer Position im sich abzeichnenden sozialen Krieg als Gefährdung aller Welt durch die anarcho-autonome Bewegung darzustellen – umstürzlerische Absichten, gefährliche Bücher | wenige fürchten sich - statt dessen enden Gewerkschaftsdemos in Strassenschlachten, Bosse werden genappt | im Juni wird der letzte der Inhaftierten unter strengen Auflagen rausgelassen | Fallen Sarkozy die Zähne aus?

Der nächste Akt im Schauspiel amtlicher Tristesse wird in Deutschland angesetzt. In Berlin und Hamburg flattern ZeugInnenvorladungen ins Haus.  (weiter)

Zeug_innenvorladung in Hamburg im Zusammenhang mit den Terrorismusverfahren der Tarnac9

10 Jul, 2009

Wie zuvor schon zwei Menschen aus Berlin, hat nun auch eine Person in Hamburg eine Vorladung vom Amtsgericht erhalten. Aufgrund eines Rechtshilfeersuchens aus Frankreich soll sie im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens als Zeugin gegen neun Genoss_innen aus Tarnac aussagen.  (weiter)

[b] zeugenvorladungen wegen hakenkrallen

6 Jul, 2009

Mitte Juni 2009 erhalten zwei Autonome Post vom Amtsgericht Berlin. Im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens des Tribunal de Grande Instance de Paris werden sie aufgefordert, in einem französischen Ermittlungsverfahren gegen neun GenossInnen als ZeugInnen auszusagen. Worum geht es dabei?  (weiter)

Italien: Festnahmen wegen "Hakenkrallen"

3 Jul, 2009

Heute um 5 Uhr morgens haben italienische Carabinieri ("Sektion Anti-Terrorismus" ROS) zwei Aktivisten auf einer Brücke festgenommen, denen vorgeworfen wird einen Anschlag mit Hakenkrallen auf die Bahnlinie Viterbo - Ancona geplant zu haben. In der Presse wurden sie als "Anarchisten" bezeichnet. Mindestens gegen 37 andere wird ermittelt, sie sollen Teil einer "anarcho-insurrektionalistischen Vereinigung" sein. Es hat anscheinend 40 Durchsuchungen im ganzen Land gegeben, bei den beiden Verhafteten soll belastendes Material im Auto gefunden worden sein, darunter Hakenkrallen. Womöglich wurden beide vorher überwacht. Gegen sie wird nun wegen "subversiber Assoziation" und "schwerem Eingriff in die Transportsicherheit mit terroristischem Motiv" ermittelt.  (weiter)

Yldune Lévy: Zwei oder drei Dinge, die ich euch sagen wollte

24 Jun, 2009

Da ist ein Mann in einem Büro, wie so viele andere Männer in so vielen anderen Büros, denen er ähnelt, ohne irgend jemandem zu ähneln. Dieser hier verfügt über eine besondere Macht, sicherlich aus dem Grund, dass sein Büro im letzten Stock irgendeines Turms eines Justizpalasts liegt.

Angeblich ermittelt er. Gegen wen? Worüber? Er ermittelt. Er inhaftiert. Er verhört. Er erlässt Verordnungen, blasse Verordnungen, in denen einige Gesetzparagraphen, eine Hand voll vereinbarte Formulierungen und vage Überlegungen zu undurchschaubaren richterlichen Aufsichtsmaßnahmen führen. Benjamin, sicherlich zu beliebt als Lebensmittelhändler in Tarnac, wird bei seiner Mutter in der Normandie, wo er nie gewohnt hat, unter Hausarrest gestellt, mit 30. Manon und ich, die in Fleury [Frauengefängnis im Pariser Vorort, NdÜ] alles miteinander geteilt haben, dürfen uns, jetzt da wir "frei" sind, nicht mehr sehen. Julien darf sich in den Pariser Vorstädten bewegen, aber Paris nicht durchqueren, sicherlich für den Fall, dass ihm in den Sinn käme, das Rathaus zu stürmen.  (weiter)

Communiqué.

23 Jun, 2009

Heute, einen Tag nach der offiziellen Bekanntmachung der „Anti-Masken Verordnung“, haben sich mehrere Hundert Unsichtbare am „Brunnen der Unschuldigen“ in Paris versammelt. Eine Prozession voller diverser Masken hat sich unter dem Rhythmus von Trommeln auf den Weg Richtung Bastille gemacht.

Auf ihrem Weg ist sie am Sitz des Gefängniswesens vorbeigelaufen. Als Antwort auf die Provokation, die das riesige Spruchband „Tour-de-France des Gefängniswesens“ und schon allein die Existenz dieser Gebäude darstellen, und dass sie dazu schon so früh von den CRS blockiert und von einem Hubschrauber überwacht wurden, entschieden sich die Demonstranten die Fassade der Gebäude mit ein paar eindeutigen Spuren zu markieren: zerbrochene Fenster, Mörserschüsse, Rauchbomben, etc.  (weiter)

Solidaritätserklärung gegen die Inhaftierung von Dr. Miguel Ángel Beltrán Villegas in Kolumbien

9 Jun, 2009

Dr. Miguel Ángel Beltrán Villegas, Soziologe an der UNAM in Mexiko wurde am 22. Mai mit dem Vorwurf der Mitgliedschaft in der kolumbianischen Guerilla FARC nach Kolumbien abgeschoben und dort inhaftiert. Die wenigen Informationen, die in Deutschland zu diesem Fall bekannt geworden sind, zeigen eine weitere skandalöse Kriminalisierung von kritischen Wissenschaftler/innen im Namen des angeblichen "Kampfes gegen den Terrorismus".  (weiter)

Der letzte Unsichtbare ist frei

7 Jun, 2009

Als angeblich linker »Terrorist« verbrachte Julien Coupat sieben Monate in einem Pariser Gefängnis in Untersuchungshaft. Durch extrem konstruierte Zusammenhänge wollte die Justiz seine Beteiligung an terroristischen »Sabotageaktionen« beweisen. Vergangene Woche wurde er freigelassen.

von Bernhard Schmid

»Was sich zeigt, unter den äußeren Erscheinungsformen einer ›Wirtschaftskrise‹, einer ›Erschüt­terung des Vertrauens‹, einer ›massiven Ablehnung der Regierenden‹, ist sehr wohl das Ende einer Zivilisation, der Zusammenbruch eines Paradigmas (…) Es gibt auf allen Ebenen der Gegenwart einen gigantischen Kontroll- und Herrschaftsverlust, dem kein polizeiliches Schamanentum wird abhelfen können.« (weiter)

Lucas freigelassen

5 Jun, 2009

Lucas, der infolge der Explosion in Chambéry/Cognin verhaftet wurde, ist wieder draussen. Er wurde nach zwei Wochen U-Haft entlassen und hat die Auflagen bei seinen Eltern zu wohnen, zu arbeiten, keinen Kontakt zu den anderen Personen aus dem Fall aufzunehmen und sich jede Woche bei der Polizei zu melden.
Rafou ist weiter in Haft und Mike, der bei der Explosion schwer verletzt wurde, ist inzwischen im Haftkrankenhaus Lyon.
Französische Sicherheitsbehörden stricken weiter an ihrem Kontaktschuldkonstrukt, von dem vor allem Squats in der Region betroffen sind.  (weiter)

Wir sind alle Moniereisen

4 Jun, 2009

Statement des Unterstützungskomitees Limoges zum 11. Mai 2009

„Wir sind alle Moniereisen“ steht hier oben auf dem Transparent. Denn darum geht es. Und um diese ununterstützbare Parole: Der Zug der alltäglichen Routine darf nicht zum Entgleisen gebracht werden. Geht weiter, hier gibt es nichts zu sehen! Und ob! Es gibt durchaus was zu sehen. Zunächst gibt es da neuen Leute, die seit vergangenem November einem Staat ausgeliefert sind, der sich selbst an Machtlosigkeit und Unfähigkeit übertrifft. Aus dieser Perspektive ist die Repression und ihre Anklagen nichts als eine Farce, eine schlechte Farce, eine tragische Farce (weiter)

Berlin: Wagen brennt auf Gelände eines Autohauses

4 Jun, 2009

Die "Berliner Morgenpost" berichtet: "Aus noch ungeklärter Ursache ist am Dienstagmorgen (2. Juni) gegen 5.20 Uhr auf dem Gelände eines Autohauses an der Germaniastraße in Tempelhof ein Renault in Brand geraten. Ein Unbekannter alarmierte die Feuerwehr, die den Brand löschte."

Anscheinend bezieht sich ein Flugblatt auf die Tat, das heute Morgen in verschiedene S-Bahnzüge geworfen wurde. Die unbekannten Verfasser_innen schreiben darin unter anderem:  (weiter)

ANTITERRORISMUS-PARANOÏA IN CHAMBERY-COGNIN - Zweite Verhaftung.

2 Jun, 2009

Lucas1  wurde nach Fresnes [eines der drei Hauptgefängnisse von Paris und eines der wichtigsten in ganz Frankreich, d.Übers.] gebracht

Am Freitag den 8. Mai ist Rafou für unbestimmte Zeit in Untersuchungshaft genommen worden und zwar am Ende der 96 Stunden GAV [Garde-à-Vue = Gewahrsam] und nach einer wahren Parodie von Vorführungen vor dem Richter: noch vor seinem Eintreten ist sein Los entschieden und besiegelt gewesen. Kaum wurde das Plädoyer seines Anwaltes gehört, sicher ist, dass weder er noch die Zeugen für sein Alibi angehört wurden.

Beim Verlassen des Saales hat der Richter erklärt, dass es nicht nötig sei, sich bis zum Ergebnis des Urteils zu gedulden, er hat Rafou direkt in Haft nehmen lassen.Aber die Verhaftung eines Genossen hat den reißenden Appetit der allmächtigen antiterroristischen Anordnung nicht gesättigt, auch nicht den seiner Diener: am Montag den 11. Mai morgens, sind Lucas und ein Freund direkt, nachdem sie mit dem Zug am Bahnhof von Chambéry ankamen, in ein Anwaltsbüro gegangen, das 150 Meter davon entfernt liegt. Zehn Minuten später, nachdem sie es verlassen hatten, erhält der Anwalt einen Anruf vom verantwortlichen Bullen der SDAT [Anti-Terrorismus-Abteilung der Polizei] in Paris, um ihn zu fragen, ob er deren Identität bestätige. Wer könnte glauben, dass man uns verfolgt und überwacht? Sicherlich ein Zufall...  (weiter)

Willkürlicher Antiterrorismus in Chambéry: Rafou wurde verhaftet

2 Jun, 2009

Kollektiv zur Unterstützung der Beschuldigten von Chambéry

Mittwoch, 13. Mai 2009

Am 30. April haben die BewohnerInnen von "Les Pilos" einen Brief mit einer Vorladung vom Bürgermeisteramt der Stadt Chambéry (eine "linke" Stadt und das ganze tralala...) erhalten. Am Rande davon haben sich in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai die Begebenheiten von Cognin abgespielt, von denen wir vor Freitag, dem 1. Mai abends auch noch keine Kenntnisse gehabt hatten.

Die Vorkommnisse in Cognin haben zu Ermittlungen geführt, zu einer Untersuchung die der SDAT (Antiterrorismus-Abteilung) von Paris anvertraut worden ist und dazu, dass Rafou im Rahmen dieses ganzen Wahns 96 Stunden in "GAV, Garde à vue" [Untersuchungs-Gewahrsam] genommen wurde.  (weiter)

Unsere Sicht auf die (Haus-)Durchsuchungen in Chambéry und Unterstützungsaufruf

2 Jun, 2009

Dienstag, 12. Mai 2009

Die BewohnerInnen von "Les Pilos" in Chambéry

Angesichts dessen, dass es jede Menge Reaktionen gab auf das, was diese Woche in Chambéry passiert ist und dass die einzigen verfügbaren Quellen die institutionellen Medien sind ("Le Dauphiné Liberé, wo man Anrecht auf zwei 'hübsche' erste Seiten hatte, 'La Vie Nouvelle' etc....), haben wir uns gesagt, dass es informativer wäre, Euch unsere Version, die der BewohnerInnen von "Les Pilos" zu geben.

Wir werden nicht auf die Explosion zurückkommen, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag [30. April auf 1. Mai 2009] in Cognin stattgefunden hat, in einer alten stillgelegten Stoff-Fabrik, wo eine Genossin ihr Leben gelassen hat und ein Freund an Armen und im Gesicht schwer verletzt worden ist. Er wurde ins Krankenhaus von Lyon in eine Station für schwere Brandverletzungen gebracht, unter polizeilicher Eskorte, aber sein Zustand hat es noch nicht erlaubt, ihn zu verhören.  (weiter)

Soli-Komittee Marseille für die Beschuldigten von Tarnac wehrt sich gegen die Verhaftungen am Morgengrauen des 18. Mai in Rouen und Forcalquier

2 Jun, 2009

Diese Verhaftungen betreffen alle Personen, die gegen die mediale Vergiftung rund um die Affaire von Tarnac und die Sabotage an den SNCF-Oberleitungen demonstrieren. Die Betroffenen aus Forcalquier kamen, um am vergangenen 8. Mai, an einem Aktionstag zur Solidarität und Denunziation der polizeilichen Konstrukte des Anti-Terrorismus teilzunehmen - der Tag stand unter dem Motto: «Sabotons l'antiterrorisme» [Sabotieren wir den Anti-Terrorismus!].

Das Soli-Komittee Marseille wehrt sich gegen die polizeilichen Anti-Terrormaßnahmen, die dazu da sind, einer bisher leeren Akte neue Nahrung zu geben und dadurch zu rechtfertigen, warum Julien Coupat weiterhin in Haft ist, seit bereits mehr als sechs Monaten.  (weiter)

FRANKREICH: Explosion und 1 Tote in Chambéry, mehr Repression, Anti-Terrorismusermittlungen und Widerstand

2 Jun, 2009

Eine tote Genossin, ein Schwerverletzter nach einer Explosion, sowie weiter massive Repression in Form von Hausdurchsuchungen und neue Verhaftungen in Frankreich - Solidarität mit den Betroffenen!

Stand vom 22. Mai 2009

Im französischen Cognin (Savoie) ist es in der Nacht auf den 1. Mai 2009 zu einer schweren Explosion in einer stillgelegten und leerstehenden Fabrikhalle gekommen. Zoe, eine 23-Jährige aus der Ardèche kam dabei ums Leben, der 25-jährige Schweizer Mike wurde schwer verletzt und in ein Krankenhaus in Lyon eingeliefert. Inzwischen scheint er außer Lebensgefahr zu sein, wird aber schwerste Verletzungen davon tragen. Er lebte in einem Bauwagen, Zoe soll in verschiedenen besetzten Häusern gewohnt haben und die Medien behaupten, sie sei polizeibekannt gewesen, als Hausbesetzerin (vor allem auch auf dem Land, wo es um lange Zeit leerstehende Berghütten gegangen sein soll) und Aktivistin auf linken Demos, z.B. gegen die Räumung des Ungdomshuset/Kopenhagen.  (weiter)

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